Andreae, Bernard  
Laokoon und die Kunst von Pergamon: die Hybris der Giganten — Frankfurt a.M., 1991

Seite: 34
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zu erklären ist. Jedenfalls zeigen die nach 166
v. Chr. entstandenen Gallierfiguren des sogenann-
ten Kleinen Attalischen Weihgeschenks39 (Abb. 29)
Haarfrisuren, die denjenigen des Gallierkopfes in
Kairo (Abb. 28) und der Großen Gallier (Abb. 25,
27) ähnlicher sind als denen der Giganten des Per-
gamonaltares (Abb. 22, 23). Da vom Kleinen Attali-
schen Weihgeschenk (das uns noch ausführlicher
beschäftigen wird) auch ein Gigant (Abb. 51) in ei-
ner Kopie in Neapel erhalten ist, kann man deutlich
erkennen, worin Gigantenhaartrachten, wenn man
hier überhaupt von solchen sprechen kann, sich von
den Haartrachten der Gallier bei aller Ähnlichkeit
doch unterscheiden. Die Haare sind im allgemei-
nen, besonders bei den älteren Giganten, länger und
zeigen stärker sich schlängelnde Locken, und außer-

29 Kopf des Galliers
(Abb. 58) in Venedig,
Museo Archeologico.
Den gallischen Erschei-
nungstypus bieten auch
noch die Figuren aus dem
sogenannten Kleinen
Attalischen Weihgeschenk
aus der Zeit nach
165 v. Chr.

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