Andreae, Bernard  
Laokoon und die Kunst von Pergamon: die Hybris der Giganten — Frankfurt a.M., 1991

Seite: 39
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34 Kopfreplik des
Platon-Porträts, Vatikanische
Museen, Sala delle Muse.
Die breite Stirn des
Denkers Piaton (427-
347 v.Chr.) kehrt im Bilde
des Antisthenes wieder.

Meister versuchte, die Züge der in früheren Bildnis-
sen bekannten großen Philosophen, Sokrates44
(Abb. 33), Piaton45 (Abb. 34), Epikur46 (Abb. 35)
und Zenon47 (Abb. 36), die sich auf die Anregung
durch Antisthenes beriefen, in einem aus der künst-
lerischen Phantasie entworfenen »Bildnis eines
Schwierigen«4* aufgehen zu lassen.
Es genügt, die vier Bildnisse dieser Philosophen ne-
ben das Bildnis des Antisthenes (Abb. 7, 30, 31) zu
stellen, um zu erkennen, daß der Künstler hier nicht
aus den vier anderen Porträts eine Art Idealtypus4''
kombinierte, sondern daß er im neuartigen Bildnis
des Antisthenes die Geistesverwandtschaft dieser
Philosophen anschaulich machen wollte, die zu den
größten antiken Denkern gehören und in ihrem
Denken von Antisthenes ausgingen. Dabei hat Phy-
romachos die Form des Bartes und die breite Stirn

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