Andreae, Bernard  
Laokoon und die Kunst von Pergamon: die Hybris der Giganten — Frankfurt a.M., 1991

Seite: 49
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42 Größenverhältnisse
des monumentalen dori-
schen Asklepiostempels
im Nikephorion im Ver-
gleich zum ionischen
Tempel auf der Gymna-
siumsterrasse von Perga-
mon, der aus den Resten
des monumentalen Tem-
pels erbaut wurde. Dieser
hatte entweder vier oder
sechs Säulen an der Front.

zum ersten Mal zerstört worden und blieb wüst lie-
gen, bis es nach 188 v.Chr. von EumenesII. neu
errichtet wurde. Damals erhielt auch der zweite
Stadtpatron, Asklepios, neben dem Tempel der Sieg-
bringenden Athena einen eigenen Tempelbau. Doch
155 v.Chr. wurde das Heiligtum noch einmal zer-
stört, diesmal von Prusias II. von Bithynien. Nach
dem Abzug der Feinde wurden die Trümmer des mo-
numentalen dorischen Asklepiostempels aus diesem
Heiligtum dazu verwendet, den erwähnten wesent-
lich kleineren ionischen Tempel auf der Terrasse
über dem Gymnasium (Abb. 42) zu errichten. Dem
Asklepios wurde im Nikephorion ein neuer Tempel
aus extra dafür gebrochenen Steinen erbaut, in den
das von Prusias auf Anordnung der Römer zurück-
gegebene Götterbild des Phyromachos zurückge-
bracht wurde. Das jedenfalls geht aus einer Inschrift
hervor, die ein 2,64 m hohes Kolossalbildnis Atta-
los'III. (138-133 v. Chr.) neben dem Götterbild im
Asklepiostempel erwähnt^. Nachdem nun gewiß
ist, daß der monumentale dorische Asklepiostempel,
in dem das kolossale Weihebild des Asklepios und
die Kolossalstatue Attalos' III. von der Größe her

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