Andreae, Bernard  
Laokoon und die Kunst von Pergamon: die Hybris der Giganten — Frankfurt a.M., 1991

Seite: 70
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keine neue Gefahr für Rom entstehen konnte. Die
Gallier nutzten die neue Situation unter ihrem Kö-
nig Solovetius zu einer wilden Insurrektion gegen
die Pergamener, die dadurch in größte Gefahr gerie-
ten. Es kam zu einem Schlüsselerlebnis des Königs
EumenesII. Wie Polyaen in den Stratagemata (4, 8,
1) berichtet, war das pergamenische Heer bei einer
Abwehrschlacht in die Flucht geschlagen worden.
»Da Eumenes sich wegen Kränklichkeit in einer
Sänfte tragen ließ, kamen ihm die Verfolger immer
näher. Er ergab sich seinem Schicksal und befahl,

die Sänfte auf einem Hügel abseits vom Wege nie- $9 Rücklings niederstür-

derzustellen. Als ihn die Galater entdeckten, packte ze"der Gallier Venedig,

„ . ' . .. Museo Archeologico.

sie plötzlich die Furcht, daß das nur eine Kriegslist Von dem in der Ansichts-

bedeutete und irgendwo in der Nähe eine große ebene entwickelten Umriß

Hilfstruppe verborgen sei, und gaben die Verfol- der Figur aus stoßen ein-

gung auf «74 zelne Gliedmaßen nach

, • j i • w, i vorn in den Raum. Das

Der Konig wurde wie durch ein Wunder gerettet. . . .. . „ , .

. ■ : . . 'St mit der Anlage der

Dieses Erlebnis muß im Gedächtnis des Königs tiefe Laokoon-Gruppe
Spuren hinterlassen haben. Zunächst bemühte er vergleichbar.
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