Andreae, Bernard  
"Am Birnbaum": Gärten und Parks im antiken Rom, in den Vesuvstädten und in Ostia — Mainz/Rhein, 1996

Seite: 17
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DAS GOLDENE HAUS: NEROS
RUS IN URBE

Kein anderer hatte den von Martial erst gegen Ende
des 1. Jahrhunderts n. Chr. geprägten Begriff rus in
urbe so extensiv ausgelegt wie der eine Generation
früher lebende Kaiser Nero, der in seiner als Gol-
denes Haus19 bezeichneten Palastvilla mitten in der
Stadt Rom zwischen den Hügeln des Esquilin und
des Caelius eine Parklandschaft verwirklichen ließ,
die nur deshalb an dieser Stelle entstehen konnte,
weil ein sieben Tage wütender Großbrand 64 n. Chr.
ganze Wohnviertel der Hauptstadt in Schutt und
Asche gelegt hatte. Es war jedoch ein unerhörtes
Unterfangen und führte schon nach wenigen Jahren
zum Ende des Tyrannen. Wenn man auch voraus-
setzen darf, daß die drei Essentials: eigener Wein,
eigenes Sportfeld und eine schöne Aussicht, wie bei
Sparsus, nicht fehlten, so kann man eine genaue Vor-
stellung von dieser Landschaft, die Nero sich mitten
in der Stadt schuf, nicht mehr gewinnen, weil die
aus dem Plebejerstand stammenden flavischen Kai-
ser Vespasian (69-79), Titus (79-81) und Domitian
(81-96), die nach dem Dreikaiser jähr 68/69 auf Nero

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