Andreae, Bernard  
"Am Birnbaum": Gärten und Parks im antiken Rom, in den Vesuvstädten und in Ostia — Mainz/Rhein, 1996

Seite: 19
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ten, daß hier einst Neros rus in urbe sich aus-
dehnte.

Was diese Villa mitten in der Stadt enthielt, be-
schreibt Sueton22 in seiner Kaiserbiographie Neros
knapp, aber eindrucksvoll mit folgenden Worten:
»Nirgends aber war er verschwenderischer als beim
Bauen: er errichtete einen Palast vom Palatin bis
zum Esquilin, den er zuerst >Durchgangshaus< und
später, als er durch einen Brand zerstört und dann
wieder aufgebaut worden war, >Goldenes Haus<
nannte. Es wird genügen, über seine Ausdehnung
und Ausstattung folgendes zu berichten: das Vesti-
bül war so groß, daß darin eine Kolossalstatue
Neros von fünfunddreißigeinhalb Meter Höhe Platz
hatte, und der ganze Bau so ausgedehnt, daß eine
Halle mit drei Säulenreihen, in einer Länge von
anderthalb Kilometer, ihn schmückte. Ferner befand
sich darin ein Teich, der wie ein Meer mit Gebäuden
umgeben war, die Städte vorstellten, dazu verschie-
dene Ländereien mit Feldern, Rebbergen, Weiden
und Wäldern mit einer Menge Vieh und Wildtieren
aller Art. Im übrigen war alles mit Gold, Edelsteinen
und Perlmutter bedeckt. Die Speisezimmer hatten
Decken aus beweglichen, durchlöcherten Elfenbein-
platten, so daß man von oben herab über die Gäste
Blumen streuen oder Parfüme sprengen konnte. Der
Hauptspeisesaal war rund, und seine Decke drehte

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