Andreae, Bernard  
"Am Birnbaum": Gärten und Parks im antiken Rom, in den Vesuvstädten und in Ostia — Mainz/Rhein, 1996

Seite: 27
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/andreae1996/0038
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen
facsimile
nackte Wände und Kuppel noch unter den Trajans-
thermen auf dem Oppius erhalten sind. Der Audienz-
saal in Oplontis öffnete sich auf einen großen Gar-
ten mit einem 150 m langen und 25 m breiten
Schwimmbad, so wie der Kuppelsaal der Domus
aurea sich auf einen künstlichen See in der Niede-
rung öffnete, die später vom Kolosseum eingenom-
men wurde. Der neronische Flügel der Villa von
Oplontis wirkt in gewisser Hinsicht wie ein kleine-
rer Vorläufer der Domus aurea.
An dem Schwimmbad der Villa von Oplontis ent-
lang lief hinter einer beim Thronsaal beginnenden
Säulenhalle eine Enfilade merkwürdiger Räume32,
deren Anordnung man nur versteht, wenn man sich
in dem zentralen, mit kostbarem Buntmarmor aus-
gelegten großen Raum befindet, der durch die ganze
Tiefe des Flügels der Villa hindurchgeht, einen brei-
ten Durchgang zum Gartenperistyl hatte und sich
mit zwei Stützen, die den gleichen Abstand wie die
auseinandergeschobenen Mittelsäulen der Porticus
haben, auf den Garten mit dem Schwimmbecken
öffnet. In diesem großen, luftigen Raum sollte ge-
wiß ein Triklinium aus kostbaren Speisediwanen
aufgestellt werden. Die Blicke der auf hohen Betten
liegenden Teilnehmer am Gelage wurden durch ein
außerordentlich raffiniertes, teils gebautes, teils ge- Taf. 6-8
maltes Bild gefesselt.

27
loading ...