Andreae, Bernard  
"Am Birnbaum": Gärten und Parks im antiken Rom, in den Vesuvstädten und in Ostia — Mainz/Rhein, 1996

Seite: 31
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DIE RÖMISCHE VILLA AUF DEM LAND ALS
VORBILD DES GARTENS IN DER STADT

Die römische Villa34 war im Lauf der Zeit zum Inbe-
griff des Otiums geworden, eines Ortes, wo man
sich in einen nahezu paradiesischen Zustand zu-
rückziehen konnte. Möglich war diese Entwicklung
durch eine Reihe von Faktoren.
Die hellenistischen Prototypen von Palast- und
Parkanlagen einzelner Herrscher waren in Italien
von einer viel größeren Zahl reicher Aristokraten
aufgegriffen und weiterentwickelt worden. Wenn
der Philosoph Kineas35 bei einer Gesandtschaft an
den römischen Senat 280 v. Chr. den Eindruck ge-
wann, einer Versammlung vieler Könige gegenüber-
zutreten, so wollte er folgendes aussagen: Während
es in Griechenland zu seiner Zeit nur wenige Könige
gab, so hatte das römische Italien eine unvergleich-
lich höhere Zahl. Und von diesen besaßen die mei-
sten nicht nur eine, sondern mehrere Villen auf dem
Land und auch große Häuser in der Stadt, die in
ihren Peristylen, wie zum Beispiel in der Casa del
Fauno in Pompeji, einen Flecken rus in urbe hatten.

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