Andreae, Bernard  
"Am Birnbaum": Gärten und Parks im antiken Rom, in den Vesuvstädten und in Ostia — Mainz/Rhein, 1996

Seite: 40
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Abb. 4 Es nimmt dreimal soviel Platz ein wie das Wohn-
haus mitsamt den Läden, wirkte aber durch die
künstlerischen Mittel seiner Ausgestaltung mit
Pavillonarchitektur, Wandmalerei und Gartenplasti-
ken noch viel bedeutender. Vor allem kam es dem
Gestalter darauf an, den Blick dessen zu lenken, der
diesen Garten betrat. An dem Platz, den ursprüng-
lich das Tablinum einnahm, wurde ihm der Ein-
druck, den die Bewohner der Casa del Fauno im
großen hatten, im kleinen geboten. Das Peristyl, in
das er hinaustrat, hatte nicht achtundzwanzig wie
das kleinere oder gar vierundvierzig wie das größere
Peristyl der Casa del Fauno, sondern nur fünf Säu-
len, aber es war ein veritables Peristyl mit Blumen-
rabatten im säulenumstandenen, von einer Portikus
umgebenen Rechteckraum unter freiem Himmel,
und auf beiden Seiten gab es Räume, die man als
Exedren verstehen konnte, die mit Mosaikfußböden
ausgestattet und mit Wandmalereien geschmückt
sind. Die Raumanordnung rechter Hand ahmt ein
Sacellum, einen in der Mitte liegenden Sakralraum
mit Annexen nach, während auf der anderen, lin-
ken Seite ein Speisesaal für U-förmig aufgestellte
Diwane, ein sogenanntes Triklinium, sich öffnete.
Hier waren die Wände mit Friesen bemalt, die in die
heroische Welt des griechischen Mythos von Hera-
kles und vom Kampf um Troja führten. Der Haus-

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