Andreae, Bernard  
"Am Birnbaum": Gärten und Parks im antiken Rom, in den Vesuvstädten und in Ostia — Mainz/Rhein, 1996

Seite: 41
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herr legte Wert darauf, seine Religiosität und seine
Bildung zur Schau zu stellen, die ihm vielleicht auch
ein inneres Anliegen waren.

Ein Anliegen war ihm jedenfalls die Ausgestaltung Abb. 5
seines Gartens als Lebensraum und Augenweide.
Das Miniaturperistyl ist mit einer quer dazu verlau-
fenden Pergola dadurch verbunden, daß die gleich-
sam wie ein Türflügel aufgeschlagene Säulenreihe
der Gartenseite sich mit den Pfeilern der Pergola
vermischt. Diese Pergola nimmt die Schmalseite des Abb. 6
ganzen, sich lang nach Süden erstreckenden Gartens
ein. Sie liegt auf der Sonnenseite und erhebt sich auf
dem gleichen Fundament wie der Block der beiden
Wohnungen an der Straßenfront. Da das Terrain des
Gartens nach Süden hin abfällt, steht man auf der
Veranda mit der Pergola wie auf einer Basis Villae
und blickt in die von höheren Bäumen gesäumte, mit
blühenden Büschen bestandene Parklandschaft hin-
unter, die in der Mitte eine höchst raffinierte, aber
nur in der Achse verständliche Anlage aufweist.
Wenn man aus dem Miniaturperistyl herausgetreten
ist und dem Sacellum den Rücken zugekehrt hat,
wird der Schritt zunächst von einem unter der Per-
gola entlanglaufenden Kanal oder langgestreckten
Becken aufgehalten, an dem man, nach links sich
wendend, entlangschreiten soll. Der Blick wird nun
von einer dreigegliederten Schauwand am Ende von Taf. 10,2

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