Andreae, Bernard  
"Am Birnbaum": Gärten und Parks im antiken Rom, in den Vesuvstädten und in Ostia — Mainz/Rhein, 1996

Seite: 47
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nach links und die auf der linken Seite nach rechts,
und sie treffen sich in einem im Raum fixierbaren
Augpunkt im Hintergrund. Dabei ist ein wenig
verwirrend, daß der Kanal jenseits der zentralen
Pergola, die einen kostbaren, noch genauer zu
betrachtenden Springbrunnen überfängt, nicht nur
schmaler wird, also die Perspektive noch übertreibt,
sondern auch einen leichten Knick nach Osten
macht. Dieser Kunstgriff soll dem ganzen System
offenbar seine Starre nehmen und durch die gleich-
sam gebremste Verkürzung der schräg verlaufenden
Linien die Raumtiefe noch besser ablesbar machen.
Zur Belebung tragen auch in den Kanal gestellte und
seine Länge skandierende Säulchen bei, die als
Springbrunnen dienen, und vor allem das vielge-
staltige Nymphäum unter der Pergola in der Mitte
des Gartens. Der Kanal erweitert sich hier zu einem Taf. 12
rechteckigen Bassin, an dessen Ecken die vier Stüt-
zen der Pergola - hier als Säulen gebildet - stehen.
Die Beckenwand ist durch zwölf in das Bassin ge-
stellte Sockel, je vier an den Langseiten und je zwei
an den Schmalseiten, gegliedert, und in der Mitte
des Bassins erhebt sich ein aufgemauerter Block, der
ein zierliches Wasserspiel trägt. Es hat die Form
eines quadratischen Aufsatzes, zu dem vier in den
unteren Block eingeschnittene Wassertreppchen hin-
aufführen. Die Oberfläche des Aufsatzes ist von

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