Andreae, Bernard  
"Am Birnbaum": Gärten und Parks im antiken Rom, in den Vesuvstädten und in Ostia — Mainz/Rhein, 1996

Seite: 57
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SKULPTURENSCHMUCK IN RÖMISCHEN
GÄRTEN UND PARKANLAGEN

Ein besonders wichtiges Element römischer Garten-
baukunst und großer Parkanlagen in Rom war die Taf. 13-15
Bevölkerung mit Skulpturen. Die größte aller römi-
schen Marmorskulpturen, die berühmte Gruppe des
»Farnesischen Stieres«61, die 1546 in den Thermen Taf. 32
Caracallas gefunden wurde und 1788 ins Archäo-
logische Museum von Neapel gelangte, war eine
Gartenplastik, mit der wir uns noch ausführlicher
beschäftigen müssen. Zunächst kommt es darauf
an, sich grundsätzlich klarzumachen, daß nach
römischem Kunstwollen Skulpturen, meistens aus
dem lebendigen, dem menschlichen Karnat farblich
so ähnlichen Marmor, die kunstvoll gestaltete Land-
schaft im wahrsten Sinne des Wortes beleben soll-
ten. Zum Beispiel berichtet Cicero seinem Bruder
Quintus in einem Brief62 von Statuen in seiner
Villa, als ob sie lebendig wären: »Deinen Gärtner
konnte ich loben. Er hat alles mit Efeu verkleidet,
den Sockel der Villa und die Interkolumnien der
Wandelhalle, so daß die Mantelstatuen eine Kunst-

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