Andreae, Bernard  
"Am Birnbaum": Gärten und Parks im antiken Rom, in den Vesuvstädten und in Ostia — Mainz/Rhein, 1996

Seite: 58
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gärtnerei zu betreiben und den Efeu zu verkaufen
scheinen.« Statuen in Privatgärten sind eine Neue-
rung seiner Zeit.

Solange die Römer sich in republikanischer Ableh-
nung orientalischer luxuria, die zur Verweichlichung
schon der hellenistischen Potentaten geführt hatte,
mit ihren einfachen Küchengärten, den horti, hinter
dem Haus begnügten und die Zurschaustellung
griechischer Kunstwerke im privaten Bereich ab-
lehnten, gab es keinen Kunsthandel und keinen
Ausstattungsluxus. Seit den Eroberungen zunächst
italischer Städte in der Umgebung Roms, dann auch
griechischer im Osten und schließlich auch in Afrika
und Spanien kamen immer mehr Kunstwerke nach
Rom, die dort zunächst als Staatsbeute ausgestellt
wurden, was zur Nachahmung im privaten Bereich
anregte63.

Etappen auf diesem Wege, die schon von antiken
Beobachtern festgestellt und in verschiedenartigen
Schriftzeugnissen überliefert wurden, waren u. a.
die frühen Eroberungen nahe gelegener Städte, etwa:
die Einnahme der Hafenstadt Antium 338 v. Chr.,
als man die Schnäbel gekaperter Schiffe abschnitt
und an der Rednertribüne auf dem Forum Roma-
num64 anbrachte; die dem noch vorausgehende Er-
oberung von Vei65 durch Furius Camillus im Jahre
396 hatte offenbar auch schon Kunstbeute erbracht,

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