Andreae, Bernard  
"Am Birnbaum": Gärten und Parks im antiken Rom, in den Vesuvstädten und in Ostia — Mainz/Rhein, 1996

Seite: 61
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Stimmung zugeführt, für die sie gedacht waren. Es
ist so, als hätten sie endlich nach einer Unterbre-
chung der Reise von mehr als zweitausend Jahren
ihr Ziel erreicht. Die Ausstellung zeigte in einem
unvergeßlichen Schaubild, daß römische Gärten
und Parks nicht nur ein Pflanzenarrangement durch
Gärtner, sondern eine kunstvolle Anlage durch
Landschaftsarchitekten darstellten. Diese Kunstgär-
ten waren mit Kandelabern und Becken geschmückt,
durch sprudelnde und Springbrunnen bildende
Wasser belebt und mit Statuen bevölkert.
Es gibt noch einen anderen vergleichbaren Schiffs-
fund von Antikythera74, dessen Ladung im Natio-
nalmuseum von Athen aufbewahrt wird, aber eher
Beutegut zu sein scheint und im ganzen weniger gut
erhalten ist. Die jüngsten datierbaren Gegenstände
in diesem Schiff, das vor allem von ihren Sockeln
gerissene Statuen des 2. Jahrhunderts v. Chr. gela-
den hatte, sind ephesische Münzen der Zeit 70-60
v. Chr., während das Schiff von Mahdia nicht spä-
ter als in den achtziger Jahren des 1. Jahrhunderts
gesunken ist. Beide Schiffsfunde erläutern und er-
gänzen sich gegenseitig.

In einem Punkt bietet das Wrack von Mahdia aller-
dings einen einzigartigen, überaus wichtigen Be-
fund. Es enthält Repliken von Statuetten eines
Brunnenschmucks, der tatsächlich auch in einer römi-

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