Andreae, Bernard  
"Am Birnbaum": Gärten und Parks im antiken Rom, in den Vesuvstädten und in Ostia — Mainz/Rhein, 1996

Seite: 72
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della Pigna bekannten Gartenanlage zwischen dem
Belvedere-Hügel und dem Papstpalast am Belvedere-
Hof des Vatikans zugrunde legte. Der Grundriß
beider Anlagen weist erstaunliche Übereinstimmun-
gen auf, der Aufriß war sicher ganz verschieden,
weil der Halbrundbau am Kopfende nicht eine rie-
sige, durch eine Halbkuppel bekrönte Nische, son-
dern eine nach oben offene Exedra war. Die beste
Vorstellung vom Aufriß der Villa urbana des Lucul-
lus kann hingegen das Heiligtum der Fortuna Primi-

Abb. 13 genia von Praeneste94 bieten, das Lucullus sich mög-
licherweise, obwohl es ein Sakralbau war, zum Vor-
bild des Profanbaus seiner Villa in Rom genommen
hat. Man muß allerdings bedenken, daß die Römer
ihren Villen nicht selten eine sakrale Aura gegeben
haben, indem sie sie mit Götterbildern schmückten,
dem Dionysos und seinem Gefolge, der Venus oder
auch den Musen weihten.

Abb. 11 Der Plan von Pirro Ligorio95 bietet eine sich in drei
Terrassen vom Marsfeld zur Höhe des Pincio, die
heute von dem zwischen der Kirche Trinitä dei
Monti und Villa Medici liegenden Kloster eingenom-
men wird, hinauf staffeln de Anlage. Die beträcht-
lichen Niveauunterschiede werden durch axiale
Treppen und senkrecht dazu, parallel zum Hang,
verlaufende, schräg ansteigende Rampen erschlos-
sen. Von der unteren Terrasse führen eine axiale

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