Andreae, Bernard  
"Am Birnbaum": Gärten und Parks im antiken Rom, in den Vesuvstädten und in Ostia — Mainz/Rhein, 1996

Seite: 107
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GARTEN UND PROMENADE

Die erste große Gartenanlage in Rom nach Agrippa,
von der nicht nur die Schriftquellen berichten, son-
dern von deren Art man sich aufgrund der archäolo-
gischen Reste und der in den Grundzügen bekann-
ten Topographie eine gewisse Vorstellung machen
kann, ist das schon erwähnte Goldene Haus
Neros164.

Zwar gibt es nicht wenige Nachrichten über Gärten
spätrepublikanischer großer Persönlichkeiten, die in
der frühen Kaiserzeit in die Hände neuer Besitzer
übergehen oder aufgelassen und den Wohngebieten
mit enger Bebauung zugewiesen werden, und auch
von der Neuanlage von Gärten besonders trans
Tiberim und auf dem Esquilin ist die Rede, aber es
fehlt die Anschaulichkeit. Immerhin tritt ein Vor-
gang in den Vordergrund, auf den schon mehrfach
angespielt wurde.

Die Gärten der großen Familien gehen teils durch
Erbgang, teils durch Konfiskation in kaiserlichen
Besitz über. Die Annalen des Tacitus berichten im
Fall der Lollia Paulina165, der Besitzerin der Horti

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