Andreae, Bernard  
"Am Birnbaum": Gärten und Parks im antiken Rom, in den Vesuvstädten und in Ostia — Mainz/Rhein, 1996

Seite: 111
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drucksvoll gewesen sein. Wer aus dem Gewirr der
dunklen Gassen in die Weite des Porticus eintrat,
muß Helligkeit, Pflanzen, gute Luft und Kunst-
werke doppelt genossen haben.«173 Und es machte
Schule, so wie die Porticus Liviae sich ihrerseits in
gewisser Weise an der Porticus post scaenatn des
ältesten steinernen Theaters in Rom orientierte, das
Pompeius 55 v. Chr.174 auf dem Marsfeld errichtet
hatte. An vergleichbaren Bauten der Folgezeit sind
zu nennen die Porticus Vipsania175, auf die Martial
aus seiner Mietwohnung auf dem Quirinal blicken
konnte, die Gärten des Agrippa auf dem Mars-
feld176, die Gärten Caesars trans Tiberim177, die Ado-
nea auf dem Palatin, die nur durch den Marmorplan
bekannt sind178, das Friedensforum des Vespasian179
und nicht zuletzt der Isistempel auf dem Marsfeld,
über den noch etwas Besonderes zu sagen ist, weil
es symptomatisch für die Entwicklung im 2. Jahr-
hundert ist.

War das Forum Pacis180, das Vespasian aus der Beute Abb. 24
des jüdischen Krieges, der 70 n. Chr. mit der Zer-
störung des Tempels von Jerusalem endete, zwi-
schen Forum und Subura, anschließend an die Kai-
serfora errichten ließ, noch unter dem unmittelbaren
Einfluß der nahe gelegenen Porticus Liviae erbaut
worden als Gartenhof mit Pflanzenrabatten in einer
weiten Säulenhalle, in deren Stirnseite der Tempel

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