Andreae, Bernard  
"Am Birnbaum": Gärten und Parks im antiken Rom, in den Vesuvstädten und in Ostia — Mainz/Rhein, 1996

Seite: 118
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dius und Nero ihren Ministern aus dem Freigelas-
senenstand Pallas187 und Epaphroditus188 überlassen
hatten. Riesige als Gartenpavillons genutzte Kup-
pelsäle waren vor allem in der Villa Hadriana ent-
wickelt worden. Sie dienten als Nymphäen und als
Empfangssäle. Technisch gesehen waren es freige-
stellte Thermensäle. Ein solcher Kuppelbau in den
Gärten des Kaisers Gallien zeigt, daß auch in der
späteren Antike der Bedarf an kunstvoller Durch-
dringung von rus und urbs nicht obsolet war. Begriff
und Form lebten in den byzantinischen Gärten und
in den Gärten des Islam189 weiter und wurden in
den Villen der Renaissance wieder aufgenommen,
die heute entweder überbaut sind wie die Villa
Ludovisi-Boncompagni und die Villa Montalto des
Papstes Sixtus V. (1585-1590) oder öffentliche Parks
geworden sind wie die Villa Borghese oder die Villa
Pamfilij, die jetzt die Lungen Roms sind. Auch wenn
diese Gärten in der Stadt uralte Ursprünge in Ägyp-
ten, in Babylon (Hängende Gärten der Semiramis!)
und in Griechenland haben, so sind sie doch erst in
Rom zum Begriff rus in urbe verdichtet und erweitert
worden.

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