Andreae, Bernard  
"Am Birnbaum": Gärten und Parks im antiken Rom, in den Vesuvstädten und in Ostia — Mainz/Rhein, 1996

Seite: 119
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DIE SPÄTE KAISERZEIT. DAS BEISPIEL OSTIA

Aus der späten römischen Kaiserzeit sind vor allem
in Ostia190 Häuser bekanntgeworden, die zeigen
können, daß der Wunsch nach ms in urbe nicht völlig
unterdrückt wurde. Ostia ermöglicht es, die Formen
von Häusern und Wohnungen zu erforschen, die
für die riesige Bevölkerung der Hauptstadt ent-
wickelt worden waren, die dort aber durch die spä-
tere Bebauung weitestgehend verborgen sind, so
daß man nicht einmal mit Gewißheit sagen könnte,
daß in Ostia die wichtigsten Bautypen mit bis zum
zweiten Stockwerk noch erhaltenem aufgehenden
Mauerwerk überliefert und kenntlich sind, wenn
die Grundrisse nicht mit denen im Marmorplan
der Hauptstadt vom Anfang des 3. Jahrhunderts
n. Chr. (205-208)191 übereinstimmten, auch wenn
die einzelnen Gebäude dort nicht mit der Akribie
eines heutigen, sorgfältig vermessenen Planes ein-
gezeichnet sind. Man versteht die Grundrisse des
Marmorplanes aber besser, wenn man sie mit den
gesicherten Grundrissen der Häuser von Ostia ver-
gleicht.

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