Andreae, Bernard  
"Am Birnbaum": Gärten und Parks im antiken Rom, in den Vesuvstädten und in Ostia — Mainz/Rhein, 1996

Seite: 126
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KAISERLICHE PARKANLAGEN UND
KAISERTHERMEN

Zur Frage: Wem dienten die großen Gärten in Rom?

Eine wesentliche Frage ist bei der Betrachtung römi-
scher Gärten und Parks offengeblieben. Wer war
zum Besuch dieser Anlagen zugelassen, welches
war die gesellschaftliche Funktion des großen Grün-
gürtels der Stadt? Die Beantwortung dieser Frage ist
nicht leicht, denn eigentümlicherweise fehlen schrift-
liche Hinweise dazu so gut wie völlig. Will man
weder raten noch ungewisse Analogieschlüsse zie-
hen, dann muß man den archäologischen Hinwei-
sen nachgehen und diese mit Nachrichten verbin-
den, die sich in dieser Hinsicht als einschlägig
erweisen können.

Als erstes sei hier daran erinnert, daß die größte
bisher bekanntgewordene marmorne Skulpturen-
Ts/. 32 gruppe, der sogenannte »Farnesische Stier«196, der
mit der Sammlung Farnese ins Neapler National-
museum gelangte, sich bei einer nach dem Erdbeben
in Neapel im November 1980 notwendig geworde-

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