Andreae, Bernard  
Schönheit des Realismus: Auftraggeber, Schöpfer, Betrachter hellenistischer Plastik — Mainz, 1998

Seite: 121
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Phyromachos: Der Asklepios von Pergamon, der Gigantenfries
des Pergamonaltares und der Gigant des Attalischen Weihgesghenks

Um 100 v. Chr.

Bildwerken des Asklepios und des attalischen Giganten. Wenn es Asklqiios und Gigant
sich dabei um Stilzüge römischer Kopisten handeln würde, wie ein- vo'" Ostfries des
gewendet wurde, dann müsste man sie auch an Kopien finden, die Pergamonaltares
nicht Werke des Phyromachos wiedergeben. Natürlich sieht man an Ägyptischer Papyrus
den Repliken allgemeine Stileigentümlichkeiten römischer Kopi- Berlin, Staatl. Mus.
stenwerkstätten. Diese sind sogar so ausgesprochen, dass man die
Zeit der Kopienanfertigung eingrenzen kann. Dass das Wesentliche
der stilistischen Aussage aber nur und ausschliesslich bei diesen
drei Kopien und überdies noch in einer nachvollziehbaren chrono-
logischen Entwicklung begegnet, lehrt die Handschrift des Meisters
kennen, der als einziger hellenistischer Künstler schon bald nach
seinem Tode in eine Liste der sieben grössten antiken Bildhauer auf- '| IjJ'^

genommen wurde. Die sechs übrigen sind keine geringeren als M v- / ' ir-'

ron, Phidias, Polyklet, Skopas, Praxiteles und Lvsipp, die immer tfö'^^i•

und überall als die überragenden griechischen Meister angesehen
werden. Die Grossartigkeit des Antisthenesbildnisses bestätigt das
Urteil der antiken Liste der sieben grössten. Die Grossartigkeit die-
ser Schöpfung ist auch bei denen unbestritten, die das Werk noch ei-
nem im vierten Jahrhundert v. Chr. tätigen Phyromachos zuweisen 'vjiJOC-
wollen. Nikolaus Himmelmann ging als deren Wortführer so weit

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