Andreae, Bernard  
Schönheit des Realismus: Auftraggeber, Schöpfer, Betrachter hellenistischer Plastik — Mainz, 1998

Seite: 232
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Die späthellenistische Epoche

Kleopmtra und
Dioskurides
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Delos, Mouseion.
Bald nach 138 v. Chr.

nannten Hauses der Kleopatra im Theaterviertel auf dem originalen
Inschriftpostament aufgestellten Statuen wurden vor einiger Zeit
ins Museum der Insel gebracht.

Diese Skulpturen stehen hier stellvertretend für eine grosse Zahl
hellenistischer weiblicher Gewand- und männlicher Mantelstatuen,
deren stilistische Entwicklung öfter mit Erfolg untersucht wurde. Es
sind die beliebtesten Typen von Ehrenstatuen seit spätklassischer
Zeit. Die Standbilder in Delos bilden einen Markstein der Entwick-
lung.

Die Statuen, die künstlerischen Anspruch zeigen, standen in einer
Art Hauskapelle und waren vom Strasseneingang aus bildhaft
sichtbar. Kleopatra erwähnt die Frömmigkeit ihres Mannes, der
bronzene Dreifüsse im Apollotempel der Insel geweiht hatte. Sie be-
dient sich in der Stiftungsurkunde des Formulars, das man von Eh-
reninschriften der in öffentlichem Auftrag geschaffenen und in Hei-
ligtümern oder an Plätzen aufgestellten Statuen kennt. Im späthel-

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