Andresen, Andreas [Bearb.]
Handbuch für Kupferstichsammler: oder Lexicon der Kupferstecher, Maler-Radirer und Formschneider aller Länder u. Schulen nach Massgabe ihrer geschaetztesten Blaetter u. Werke (Band 1) — Leipzig, 1870

Seite: VII
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Endlich aber strebte ich dahin, in der Bestimmung der Ab-
drucksgattuugen oder Etats, die ja so wesentlich für den Werth
und die Schönheit der Abdrücke sind, grössere Vollständigkeit
und Correctheit zu erreichen, als dies bei Heller der Fall war
und nach Art der ihm gebotenen Materialien der Fall sein
konnte.

Unter so durchgreifenden Veränderungen war es nun schlechter-
dings unmöglich, die alte Einrichtung antiquarischer Preisangaben
beizubehalten. Wo hätte ich zu den Tausenden und aber Tau-
senden der aufgezählten Blätter mit dem Reichthum ihrer Etats
diese Preise finden sollen? Von den gänzlich unverwendbaren
antiquarischen Lagercatalogen abgesehen, bieten selbst die Auctions-
cataloge nur geringe Ausbeute, und welche Cataloge der letzteren
xArt sollen hier als massgebend betrachtet werden? — Die Preise
des Heller'schen Buches sind übrigens längst veraltet und an und
für sich schon viel zu bunt und variirend, um als Norm dienen
zu können. Die neuen Preisangaben aber, weiche den alten hin-
zuzufügen wären, schwanken unsicher hin und her nach Zeit,
Ort und Verhältnissen, nach Art und Conservirung der Blätter,
nach Mode, Animosität und Concurrenz der Liebhaber und Kunst-
händler. Die Preise ändern sich im Allgemeinen merklich von
Jahr zu Jahr, im Ganzen steigend, für einzelne Meister jedoch
auch sinkend, sowie denn für die Neuzeit leider die Thatsache
zu constatiren ist, class die Seltenheit und Curiosität höher im
Preise stehen als die Schönheit. Unter solchen Umständen dürfte
es schwerlich Jemand als eine Lücke betrachten, das Buch nicht
mit willkürlichen, die Ansichten mehr verwirrenden als aufhellen-
den Preisnotizen gefüllt zu sehen.

Und so möge denn das neue Hauclbuch den Kunstfreunden
bestens empfohlen sein. Bei der grossen Schwierigkeit der Ausfüh-
rung und bei der Nothwendigkeit, auch Mittheilungen von Anderer
Hand Glauben zu schenken, da Einer nicht Alles zu sehen und
zu prüfen vermag, wolle man Fehler und Irrthümer nicht allzu
streng beurtheilen. — Das vollständige Werk, welches auf zwei
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