Andresen, Andreas [Bearb.]
Handbuch für Kupferstichsammler: oder Lexicon der Kupferstecher, Maler-Radirer und Formschneider aller Länder u. Schulen nach Massgabe ihrer geschaetztesten Blaetter u. Werke (Band 1) — Leipzig, 1870

Seite: 397
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Dürer. 397

14. Die heil. Jungfrau, von zwei Engeln gekrönt. 1518. H. 5" 5"',
Br. 3" 8"'. B. 39.

15. Die heil. Jungfrau an der Mauer sitzend. 1514. H. 5" 6'",

Br. 3" 9"'. B. 40.

Die besten Abdrücke zeichnen sich mehr durch Zartheit und Harmonie,
als durch grosse Kraft und Schwärze aus.

16. Die heil. Jungfrau mit der Birne. 1511. H. 5" 11"', Br. 4".
B. 41.

Nicht eben selten, aber gesucht. Die schönsten Drucke sind auf Papier
mit dem Ochsenkopf und dem Anker im Kreise.

17. Die heil. Jungfrau mit dem Affen. H. 7", Br. 4" 6"'. B. 42.

Schönes, sehr geschätztes Blatt, in Abdrücken auf Papier mit dem
Ochsenkopf und der hohen Krone am vorzüglichsten. — Man trifft
öfters Exemplare, die unten um 2 Linien verschnitten sind.

18. Die heil. Familie mit dem Schmetterling (richtiger mit der Heu-
schrecke oder Libelle). H. 8" 9"', Br. 6" 10"'. B. 44.

Eine der frühesten Arbeiten des Meisters.

Das Blatt ist nicht selten. Die früheren schöneren Abdrücke sind auf
Papier mit dem Ochsenkopf und dem gothischen P, die späteren er-
kennt man an dem schwächeren Schatten auf der rechten Backe der
heil. Jungfrau. Solche Abdrücke haben fast immer Papier mit dem
stehenden Hund. Die neuesten Abdrücke haben zahlreiche Kritzeln
in der Platte.

19. 8t. Eustachius, gewöhnlich genannt St. Hubertus. H. 13",

Br. 9" 7"'. B. 57.

Hauptblatt und sehr geschätzt. Kaiser Rudolph II. Hess die Platte
vergolden und jetzt besitzt dieselbe Jos. Eedtenbacher zu Kirchdorf
in Oesterreich. — In alten, frischen und warmen Abdrücken ist das
Blatt selten, sie sind fast ausschliesslich auf Papier mit der hohen
Krone, doch auch auf Papier mit dem Ochsenkopf und dem Kruge
giebt es schöne Drücke.

20. St. Antonius der Einsiedler. 1519. H. 3" 7"', Br. 5" 3"'. B. 58.

Vortreffliches Blatt namentlich wegen der schönen Landschaft, in alten
schönen Drucken auf festem Papier mit einem Zwischenraum von
13s/4 Linien zwischen den Drahtstrichen nicht häufig.

21. Der heil. Hieronymus. 1512. Geätzt, II. 7" 9"', Br. 6" 9"',
B. 59.

Das malerischste aller Blätter Dürers, am schönsten und klarsten auf
Papier mit der hohen Krone. Spätere Abdrücke sind auf Papier mit
den Wässerzeichen zAveier Thürme mit Mauer und des Wappens der
Stadt Schrobenhausen, bei diesen sieht man unten die Spuren eines
runden, in die Platte geschlagenen Loches. —

Zwei Probedrücke vor dem Monogramm sind in der Albertina zu Wien
und im britischen Museum.

22. Der heil. Hieronymus in der Zelle. 1514. H. 9", Br. 6" 10'".
1!. (30.

l lauptblatt von grosser Sorgfalt der Ausführung. Das Papier der alten
Abdrücke scheint nach der Entfernung der Drahtstriche zu urtheilen
jenes mit dem Wasserzeichen der hohen Krone zu sein.
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