Andresen, Andreas
Der deutsche Peintre-Graveur oder die deutschen Maler als Kupferstecher: nach ihrem Leben und ihren Werken ; von dem letzten Drittel des 16. Jahrhunderts bis zum Schluss des 18. Jahrhunderts und in Anschluss an Bartsch's Peintre-Graveur, an Robert-Dumesnil's und Prosper de Beaudicour's französischen Peintre-Graveur (Band 1) — Leipzig, 1872

Seite: VIII
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Vorwort.

Wir haben den Beginn unseres Werkes mit dem
Jahre 1560 datirt und den Abschluss um das Jahr 1800
gesetzt. Es umfasst mithin einen Zeitraum von zwei
und ein halb Jahrhunderten, und über Dürftigkeit des
Stoffes werden wir nicht zu klagen haben, da die Anzahl
der zu behandelnden Meister bestimmt die Zahl 1200
überschreitet. Den Beginn um das Jahr 1560 zu setzen,
bewogen den Verfasser äussere und innere Gründe. Zu-
nächst konnte es nicht in seinem Plan liegen, nur eine
Uebersetzung von Bartsch zu geben, oder alles das noch-
mals zu wiederholen, was Bartsch und neuerdings dessen
Ergänzer Passavant gesagt haben, es wäre dieses eine
wenig verdienstliche, wenig nützliche und bei der allge-
meinen Verbreitung des Bartsch',sehen Buches eine über-
flüssige Arbeit gewesen; er beschloss vielmehr, im An-
schluss an beide genannte Autoren, erst da zu beginnen,
wo deren Werke, was Correctheit und Vollständigkeit
anbelangt, augenfällig anfangen, hinter ihrem vorge-
steckten Ziele zurückzubleiben, und dieses datirt gegen
das Ende des sechszehnten Jahrhunderts. Man sehe nur
z. B., wie dürftig sich die Werke eines Jost Amman,
Matthes Zündt, Lorenz Strauch und Anderer bei Bartsch
ausnehmen. — Dann waren es auch innere Gründe, die
den Verfasser mit dem angegebenen Jahre beginnen
hiessen. Um diese Zeit fängt eigentlich erst unter den
graphischen Künsten das, vcas man Malerradirung nennt,
an, zur Geltung und Verbreitung zu gelangen. Die
früheren Meister hatten sich zur Wiedergabe ihrer Ideen
vorzugsweise des Grabstichels bedient, ihre Platten waren
gegrabene, denn die wenigen Aetzungen — abgesehen
von den mehr handwerksmässigen Leistungen der Ge-
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