Andresen, Andreas
Der deutsche Peintre-Graveur oder die deutschen Maler als Kupferstecher: nach ihrem Leben und ihren Werken ; von dem letzten Drittel des 16. Jahrhunderts bis zum Schluss des 18. Jahrhunderts und in Anschluss an Bartsch's Peintre-Graveur, an Robert-Dumesnil's und Prosper de Beaudicour's französischen Peintre-Graveur (Band 1) — Leipzig, 1872

Seite: 112
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JOST ÄMMAX.

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gemusterten Rock bekleidet, beßndet sieb, bis unter
die Brust gesehen, in einem Gemach mit einer Fenster-
öffnung, in welcher eine Blumenvase steht. Er stützt
die Arme auf ein Kissen und hält in der Linken einen
Rosenkranz. Das Bildniss ist von einem ovalen Rahmen
mit reichem allegorischen Beiwerk und mit der Um-
schrift umschlossen: FIUDERICVS DEI GRATIA EPISCOPVS
WVRZEBVRGENSIS AC FRAKTIAE ORIENTALIS DVX. Oben in der
Umrahmung sind drei, unten zwei Wappen angebracht.
Die allegorischen Figuren stellen den Glauben mit
Kreuz und brennendem Herz, in welchem das heilige
Zeichen ins, die Gerechtigkeit mit Waage und
Schwert, die Mässigkeit mit Krug und Trinkschaale
und die Hoffnung mit einem Anker vor. Acht ge-
flügelte Kinderfiguren sind oben, neben und unten
vertheilt, sie halten zum Theil die Wappen. Unten
in den Verzierungen einer leeren Cartouche die Buch-
staben i A , rechts die Jahreszahl 1572.
6. Wenzel Jamnitzer.
H. 6" 3"', Br. 9" 5"'.
Der bekannte Goldschmidt und Mathematiker; er
sitzt nach links gekehrt in einem Zimmer an einem
Tisch und ist bis zu den Knieen zu sehen. Sein langer
weisser Bart reicht fast bis zum Gürtel. Auf dem
Tisch steht vor ihm ein geometrisches Instrument,
an welchem ein Faden ausgespannt ist, mit wel-
chem er im Begriff ist, eine Visirung vorzunehmen.
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