Andresen, Andreas [Bearb.]
Handbuch für Kupferstichsammler: oder Lexicon der Kupferstecher, Maler-Radirer und Formschneider aller Länder u. Schulen nach Massgabe ihrer geschaetztesten Blaetter u. Werke (Band 2) — Leipzig, 1873

Seite: 108
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108 Mancion — Mandel.

2. Napoleon ä Fontainebleau, nach dem berühmten Bild von P.
Delaroche. roy. fol.

3. Revers. Scene aus dem russischen Feldzug. Philippoteaux.
gr. fol.

4. 5. 2 Bl. BeTanger und G. Sand. Lebensgross. T. Couture.
Kreidemanier und Tondruck. roy. fol.

Pietro Mancion, di Ragusi

Kupferstecher zu Koni, geb. 1805, noch am Lehen, Schüler des D. March etti.

1. Mater divini amoris. P. Mercuri. 1824. fol.

2. St. Caecilia et S. Valerianus. D. Dominichino. qu. fol.

3. Mater amabilis. Sassoferrato. gr. fol.

Jon. Aug. Eduard Mandel

Gehören zu Berlin am 15. Februar 1810, der Sohn des Joh. August Mandel, Verfertiger
musikalischer Instrumente. Derselbe suchte die in seinem Sohne sich frühzeitig ent-
wickelnde Neigung zur Kunst nach Kräften zu fördern. Die Federzeichnungen des Knaben
Eduard machten in den betreffenden Kreisen Aufsehen. König Friedrich Wilhelm III,,
welchem eine derselben überreicht wurde (dieselbe befindet sich gegenwärtig noch in dem
Schlafzimmer des Königs, im Stadtschlosse zu Potsdam), sorgte in gnädigster Weise für
die fernere künstlerische und wissenschaftliche Ausbildung des Knaben, welcher durch
Fleiss und eifriges Studium sich der königlichen Gunst werth zeigte. Das Talent des
jungen Mandel, welches sogleich zur Kupferstecherkunst hinneigte, fand bei dem Besuch
der Akademie und dem Studium der Bilder des Museum fernere schnelle Entwickelung. Im
Jahre 1826 fand Mandel Aufnahme in der von Ludwig Buchhorn geleiteten akademischen
Kupferstecherschule, machte dort im Zeichnen und in den Anfangsgründen des Stechens
schnelle Fortschritte, so dass er bereits nach vier Jahren 1830 selbstständig zu schaffen
vermochte. Das hohe Ziel, welches sich Mandel gleich zu Anfang gesteckt hatte, war
indessen schwierig zu erreichen, da zur Zeit Berlin wenig Gelegenheit zur Ausübung der
Kupferstecherei darbot, vielmehr war die Lithographie bevorzugt und in der Mode. In-
dessen erschienen die Meisterwerke eines Desnoyers, Henriauel Dupont, Forster und Fr.
Müller, und begeisterten ihn zu fortgesetzten Bestrebungen. Er brachte seiner ferneren
künstlerischen Ausbildung das grosse Opfer, sich von Frau und Kindern auf anderthalb
Jahre zu trennen, und ging 1810 nach Paris. Dort, im lebhaften Verkehr und Austausch
mit den ersten Kupferstechern, wurde ihm das Ziel seiner Kunst klarer, und es fehlte
ihm, nachdem er das Portrait Vandyck's und den italienischen Hirtenknaben gestochen,
nunmehr nicht an ehrenvollen Aufträgen, aus Paris, London, Dresden etc. Im Jahre 1841
gewann Mandel in Folge seiner in Paris ausgestellten Stiche die goldene Medaille, deren
er dort später noch drei erhielt. Das Institut de France machte ihn zum correspondiren-
den Mitgliede, und auf der grossen internationalen Ausstellung 1867 erwarb er eine erste
Preismedaille und das Kreuz der Ehrenlegion. - Die k. k. Akademien von Berlin, Wien,
Brüssel und Florenz ernannten Mandel ebenfalls zu ihrem correspondirenden Mitgliede.
Die früheren Arbeiten Mandel's sind vorwiegend nach modernen Meistern gestochen;
später jedoch wählte er mit Vorliebe ältere Maler zu seinen Vorlagen, wieVandyck, Tizian,
besonders aber Raphael. Mandel legte mit Recht besonderen Werth auf eigenhändige An-
fertigung der Zeichnungen zu, seinen Stichen, wo er das Original nicht unmittelbar zu
benutzen in der Lage war. Unzweifelhaft sind die nach eigenen Zeichnungen entstande-
nen Platten den gelungeneren Arbeiten Mandel's beizuzählen. — Mandel leitet seit Buch-
horn^ Tode 1856 die Akademische Kupferstecherschulc in Berlin, ans welcher bereits eine
Anzahl tüchtiger Kupferstecher, wie Louis Jacoby, Hans Meier, G. Seidel, H. Sachs, Reiher,
Trossin, C. Becker u. A. hervorgegangen sind.

1. Portrait des Königs Fridrich Wilhelm III. von Preussen, nach
eigener Zeichnung gestochen 1830. 4.

I. Vor der Schrift, d. h. mit dem geritzten Künstlernamen.
II. Mit der Schrift.

2. Portrait des Herrn Weichsel, Kaufmann in Magdeburg, nach einer
Zeichnung von Sieg, gestochen 1832. fol.

I. Vor der Schrift, ohne Künstlernamen.
II. Mit der Schrift.
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