Andresen, Andreas [Bearb.]
Handbuch für Kupferstichsammler: oder Lexicon der Kupferstecher, Maler-Radirer und Formschneider aller Länder u. Schulen nach Massgabe ihrer geschaetztesten Blaetter u. Werke (Band 2) — Leipzig, 1873

Seite: 191
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Morghen.

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4. Christus als Gärtner und Maria Magdalena. J. Ribera, gr. fol.

5. Die Taufe Christi. G. Reni. gr. fol.

6. Cleopatra mit der Natter an der Brnst. C. Vanloo. fol.

7. Lucretia, mit dem Dolch in der Hand. C. Vanloo. fol.

8. J. J. Reiffenstein, hinter einem Tisch mit Büchern. Glitten-
brunn. fol.

Raphael Morghen

Zeichner und vorzüglicher Kupferstecher, einer der grössten Künstler in diesem Fache,
insbesondere in Italien das Haupt einer neuen, von ihm gegründeten Schule. In seinem
Nekrolog (Kunstblatt 1833 Nr. 53) werden seine künstlerischen Verdienste mit folgenden
Worten treffend geschildert: „In allen Fächern versuchte er sich: Landschaft, Portrait
und historisches Bild in den grössten Dimensionen und in der kleinsten Form für das
Andachtsbuch. Die Vereinigung der Anwendung der kalten Nadel und des Grabstichels
ist in seinen Werken in höchster Vollendung ausgeführt. Er entwarf seine Umrisse
leicht und sicher; seine Taillen, durchgeführt und gebrochen, zeigen fast durchgehends
das innigste Verständniss des Malerischen, soweit die verschwisterte Kunst es in sich
aufnehmen kann und darf. Nirgends ist Schroffheit, nirgeirds tadelnswerthe Vernach-
lässigung — andere Künstler mögen glänzendere und grössere Effecte hervorgebracht
haben, aber keiner von ihnen hat das Fleisch so zu behandeln verstanden, wie Eaphael
Morghen." Ueber sein Werk, welches aus 252 Blättern besteht, fertigte sein Freund
und Schüler Palmerini ein Verzeichniss, welches jedoch unserer Zeit gar nicht ent-
spricht. Die erste Ausgabe desselben hat den Titel: Catalogo delle opere dintaglio di
Raffaello Morghen, raecolta ed illustrata da N. Palmerini, Firenze 1810. — Terza edizione
con aggiunte, Firenze 1824. Morghen war ein Schüler seines Schwiegervaters Joh. V o 1-
pato, geh. zu Portici bei Neapel am 19. Juni 1758, gest. zu Florenz am 8. April 1833.

Was die Abdrücke betrifft, so ist im Allgemeinen anzumerken:
I. Vor aller Schrift, eigentlich nur Probedrucke und äusserst selten.
II. Nur mit den Künstlernamen.

III. Mit angelegter Schrift.

IV. Mit vollendeter Schrift.

1. Lot und seine Töchter. Inebriemus eum vino etc. F. Cuercino.
gr. qu. fol.

I. Nur mit den Namen der Künstler.

II. Mit offener Schrift.

III. Mit ausgefüllter Schrift.

2. La Madonna della Sedia, nach Rapbael's Bild im Pallast Pitti.
fol.

I. Vor der Schrift, nur mit dem Wappen und den Namen der Künstler.

II. Nur mit einer Zeile Nadelschrift, mithin vor der Dedication.

III. Mit der Dedication an Marchese Manfredini in angelegter oder offener
Schrift. Mit N. Pagni's und Bardi's Adresse.

IV. Mit vollendeter Schrift und derselben Adresse.

V. Bardi's Name in der Adresse gelöscht, mithin nur mit N. Pagni's
Adresse.

VI. Die Dedication wieder gelöscht, nur das Wappen gelassen.

VII. Mit der ersten Zeile der Dedication in Nadelschrift, aber mit dem
falschen ECCLLza, wodurch man diese leicht von den III. Etats
unterscheiden kann.

VIII. Mit vollständiger Schrift und P. Bettefmi's Adresse.

IX. Mit Nicola de Antonij's Adresse links unten.

X. Von Buonafede retouchirt, vor einigen Jahren. Die Adresse links
unten gelöscht.
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