Andresen, Andreas [Bearb.]
Handbuch für Kupferstichsammler: oder Lexicon der Kupferstecher, Maler-Radirer und Formschneider aller Länder u. Schulen nach Massgabe ihrer geschaetztesten Blaetter u. Werke (Band 2) — Leipzig, 1873

Seite: 787
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Monögranrmisten.

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scheint. Es werden ihm oft Blätter zugesehrieben, welche die als eckt bezeichneten
und anerkannten hinsichtlich der künstlersichen Vollendung- wie technischen Fertigkeit
nicht erreichen. Diese.müssen, wenn sie sonst den Charakter der Zeit tragen, als Werke
seiner minder talentvollen Schüler bezeichnet werden. Doch sind unter den Schüler-
arbeiten auch solche, welche einen grossen Meister voraussetzen, ohne dass ein Grund
vorhanden wäre, den Meister E. S. als ihren Urheber nothwondig anzunehmen. So der
Meister der Sibylle, der Meister der Spielkarten etc. (s. diese.) B. VI. 1. Pass. II. 33.

1. Der Schöpfer bei den ersten Menschen im Paradiese. H. 1", Br.
5" 3'". B. 1. s

2. Samson und Dalüa. H. 5" 1"', Br. 3" 10'". B. 3.

3. Urtheil des Salomon. H. 1" 3"', Br. 5" 2"'. B. 7.

4. Verkündigung Mariae. EL 6" 2"', Br. 4" 2'". B. 9.

5. Heimsuchung Mariae; Maria und Elisabeth begegnen sich in der
Landschaft. H. 6", Br. 4" 6'". B. 10.

6. Die Geburt Christi. H. 4" 8'", Br. 3". B. 11.

7. Derselbe Gegenstand, anders. H. 1" 6'", Br. 5" W". B. 13.

8. Sendung des h. Geistes. H. 6" 1"', Br. 4" 5"'. B. 27.

9. Maria mit dem Kinde auf dem Throne, zwischen zwei Engeln,
H. 7H 9"', Br. 5". B. 34.

10. Die grosse Maria zu Einsiedel. 1466. Dieses Blatt stellt das von
den Katholiken seit vielen Jahrhunderten verehrte Marienbild in der
Benedictiner-Abtei Einsiedeln im CantonSchwyz dar. In einer kleinen
altdeutschen Kapelle sitzt unter einem Thron auf dem Altar die
heil. Maria mit dem Kinde, neben ihr rechts stellt ein Engel, links
der h. Meinrad; vor dem Altar knieen ein Mann und eine Frau in
Pilgerldeidung. Am Bogen der Kapelle steht: SDtf ift engclmidu'
mifer IteBert frautoen ju ben etrtfxbtcn. atte gracta plemtct; darüber:
1466. (£. Auf der Galerie der Kapelle, welche mit dem päpstlichen
Wappen verziert ist, sind Gott Vater, Sohn und- h. Geist mit vielen
Engeln; Gott Sohn taucht den Weihwedel in ein Weihwassergefäss,
worauf auch die Inschrift Bezug hat, indem die Sage herrscht, dass
der Heiland am 14. September 948 die Kirche selbst eingeweiht
habe. — Da der Meister (£. %. im Jahre 1466 zweimal diesen
Kupferstich fertigte, so scheint es auf Kosten des Klosters ge-
schehen zu sein, welches denselben wahrscheinlich vertheilte, um
mehr Opfer zur Wiedererbauung der Kirche zu erhalten, denn 1465
brannte das Kloster mit der Kirche ab. H. 1" Br. 4" T".
B. 35. Ist das vorzüglichste, vollendetste Blatt des Meisters, und
von ausserordentlicher Seltenheit.

11. Die kleine Maria zu Einsiedel. 1466. H. 5" 3'", Br. 3". B. 36.
Eine ähnliche Darstellung, von Pass. 151 beschrieben, mit dem J.
1466 bezeichnet, ist eine Copie von der Gegenseite, vielleicht ans
der Schule des Meisters.

12. Maria mit dem Kinde auf dem Throne unter einem Baldachin
sitzend und von 8 Engeln umgeben. E. 1464. S. H. 5" Br.
4" 2"'. Pass. 143. Vorzügliches Blatt.

Sicher von derselben Hand, wie die grosse Maria von Einsiedeln.

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