Anton, Hugo Saintine
Die Mysterien von Eleusis — Naumburg a. S., 1899

Seite: 4
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/anton1899/0018
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen
facsimile
_ 4 —

Athen, noch über den Tempelkomplex in Eleusis etwas
niederzuschreiben. Er sagt I, cp. 14, 2: „schon wollte
ich in dieser Erzählung weiter fortgehen zu alle dem,
was dieses Heiligtum zu Athen, das Eleusinion genannt,
Merkwürdiges enthält, als mich ein Traumgesicht zurück-
hielt," und ebenso sagt er cp. 38 § 7, als er von Eleusis,
erzählt: „Was innerhalb der Mauern des Heiligtums ist
zu beschreiben, untersagte mir der Traum: auch ist es
ohne Zweifel den Nichtgeweihten bekannt, dass. was
ihnen zu sehen nicht verstattet ist, sie auch nicht hören
dürfen." Denn als Geheimgut und als Geheimkultus
wurden die Mysterien betrachtet.

Der Umstand aber, dass eine Klage beim Gericht
möglich war und der Spruch desselben öffentliche Giltig-
keit erlangte, bekundet, dass die Mysterien vom Staate
beschützt wurden und seiner Aufsicht unterlagen. Dadurch
treten weltliche Beamte neben die geistlichen, d. h. Re-
gierungs- und Staatsbeamte neben Kultusbeamte und Prie-
ster. Man nennt aber von solchen Geheimkulten aus dem
Altertum gewöhnlich vier Arten, ..die orphischen, samo-
thracischen, eleusinischen und die Isis-Mysterien", die in
ihren Sitten und Gebräuchen alle mit einander verwandt
sind, von denen aber die von Eleusis von jeher am
meisten das Interesse in Anspruch nahmen.-)

Suchen wir deshalb uns über sie zu orientieren und
fragen wir, warum, von wem, wie und wo sie ge-
feiert wurden, oder was auf dasselbe hinauskommt, nach

2) Diodor Bibl. hist. lib. V, cp. 4: zolg iv 'Eltvolvi fivozrjQioLg,
a. diu rijv VTtiQßolr/v zrjg ccQXcciozrjzog -Kai äyviiag tyivovzo itäaiv
dv&QmTtoig TteQißorjta. Über ihre allmähliche Ausgestaltung und
ihre Form in der ältesten Zeit und während des 8. Jahrhunderts, über
die Neuerungen des Pisistratus und in der alexandrinischen Zeit vgl.
0. Gruppe: Eleusis in seiner „Griechischen Mythologie und Religions-
geschichte", 1897, p. 48 — 58, dem 5. Bande des Handbuchs der
klassischen Altertumswissenschaft von Iwan von Müller.
loading ...