Anton, Hugo Saintine
Die Mysterien von Eleusis — Naumburg a. S., 1899

Seite: 16
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denn es fehlt ein Jakchospriester, und der homerische
Hymnus erwähnt den Jakchos nicht, sondern Demeter,
die Erdgöttin, und Persephone, die vom Orkus auf- und
niedersteigt und ausser dem Wechsel der Jahreszeiten
das Fortleben im Jenseits versinnbildet. Religiöse Ideen
solcher Art tauchen nicht lange vor Solons Zeit (etwa
640—559) auf, geben der Feier einen mysteriösen Cha-
rakter und machen sie erst zum wahren Geheimkult.
Welche Personen waren nun als amtliche Personen thätig?

II.

Das Beamtenpersonal.

In Eleusis selbst gab es 6 Familien, welche bei dem
Feste mitwirkten und den Priesteradel bildeten, die Eu-
molpiden stellten hauptsächlich den Hierophanten, die
Keryken den Daduchen, den Herold (? Hierokeryx) und
den Altarpriester, die Philliden die Priesterin der De-
meter und Kore, die Krokoniden umbanden die Einzu-
weihenden mit Wollfäden, die Koironiden wählten aus
ihrer Familie die Amme des Jakchos, und die Eudanemen
die Boten, welche feierlich das Fest bei fremden Völkern
ansagten: was alles darauf hinweist, dass das Fest ur-
sprünglich ein Fest eleusinischer Adelsgeschlechter war.

Als höchste Beamte treten vier hervor, die aus
diesen Geschlechtern gewählt als Priester und Admini-
stratoren fungieren. Der oberste ist der Hierophant,
der den Eingeweihten die geheimnisvollen Heiligtümer
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