Anton, Hugo Saintine
Die Mysterien von Eleusis — Naumburg a. S., 1899

Seite: 18
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zuerst ihren Bruder Sophokles, nach diesem ihren Gatten
Themistokles und nach dessen Tode ihren Sohn Theo-
phrastus als Fackelträger. Solches Glück soll dieser
Frau zu Teil geworden sein. Dazu waren ihr Vater,
Gross- und Urgrossvater auch Daduchen gewesen. Die
Kleidung eines Daduchen ähnelte ganz der des Hiero-
phanten oder, kann man sagen, der eines orientalischen
Königs — wenigstens hielt19) ein persischer Soldat den
Daduchen Kallias für einen König. Seine äusserliche
Funktion bestand darin, dass er mit dem Hierophant
(Toepffer p. 50) den Erntezehnten für die eleusinischen
Gottheiten einzuziehen hatte.

Neben diesen beiden obersten Würdenträgern wal-
teten eine Hierophantin und eine Daduchin ihres Amtes
mit Myrtenkränzen im Haar.

Der dritte Priesterbeamte war der K e r y x (Herold),
auch Hierokeryx (heiliger Herold) genannt, der, ausser
dass er zur Andacht rief und die Gebetsformel vorsprach,
bei den Opfern ministrierte. Er ging hervor aus dem
altberühmten Geschlecht der Keryken, vielleicht auch der
athenischen Euneiden, und hat mit den beiden anderen
Beamten Ehrensessel im Lenaion 20).

Ihnen gesellt sich als vierter hinzu der Altar-
priester (Epibomios, o hti ßLoftcp), der gleichfalls aus

19) Hitzig- u. Bluemner: Pausaniae Graeciae descriptio. Vol.
I, 1. Berlin, Calvary, 1896. — Plutarch Aristides cp. 5: KallLug
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20) Mommsen, Heortologie p. 234. Solche Ehrensessel haben
auch Priester anderer Gottheiten. Avie z. B. die beiden des Dionysos
uhlnöf-itvog. Die Inschriften der Sessel lauten nach Gerhard: epi-
graph. Funde im Dionysostheater in Athen p. 279 (Monatsberichte
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