Anton, Hugo Saintine
Die Mysterien von Eleusis — Naumburg a. S., 1899

Seite: 24
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den Mitgliedern des Gemeinderates (den Prytanen) ge-
wählten Personen, der neben dem Basilens die Ord-
nung des Festes und vor allem die Feier in Athen und
den Festzug (die Ttofzrtr}) zu besorgen hatte {LeQorcowl
xar hiavTÖv oder Uqottolol eB ßovlfjg), die Opfertiere
kaufte und den Priestern übergab. Seine Mitglieder
opferten auch selbst an den Denkmälern, an welchen
der Zug auf der heiligen Strasse vorüberkam, wenn sie
gerade ein besonderes Interesse an dem durch das Denkmal
geehrten Toten hatten. Vielleicht darf man aus einer
Notiz in Pollux Onom. 75 schliessen, dass das Fest alle
4 Jahre besonders feierlich begangen wurde und diese
Hieropoien dann mehr am Opfer sich beteiligen durften28).

Der Basileus also verpachtete das heilige Land, der
Hierophant und der Daduchos trieben den Zehnten ein.
Die Hieropoien von Eleusis nahmen die Gaben, die Erst-
linge der Feldfrüchte (aTiaqyaL) von nicht heiligem
Land in Empfang und verkauften das Getreide; den Erlös
verwandten sie zur Bestreitung der Ausgaben für Opfer-
kuchen und Opfer, den Best zum Ankauf von Weihge-
schenken, und übergaben, was dann noch übrig blieb,
den Oberkämmerern {luioTaxai JElevGLv6d-ev) für den
Schatz (d-rjoavQLOfiög) der beiden Göttinnen zu Händen
seiner Beamten {xa^LtaL xolv d-zolv). So war es üblich lange
Zeit, und gern gab man die Gaben den Gottheiten, unter
deren Schutz und Segen die Frucht gedieh und wuchs.

28) Pollux Onom. ed. Bekker 8, 107: if 90 noioi' öhy.ce ovrtg
ovtoi s&vop q'VGiag zag TCivzBTrjQLÖag, zrjv slq zirjlov, zrjv iv Bqccv-
qojvl, xrjv zwv ^HguY-Xticav, rrjv 'EltvorvL.

Wenn Bobert (Preller 1894) p. 795 nach dieser Stelle die Feiern
scheidet in kleine Mysterien, Eleusinien und alle 4 Jahre stattfindende
grosse Eleusinien. so ist dies bei aller Bestimmtheit doch noch un-
bestimmt, da er erzählt, dass ein Myste sich in die kleinen und in
demselben Jahre in die grossen Mysterien, dann nach einem Jahre
zur Epoptie einweihen lassen konnte.
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