Anton, Hugo Saintine
Die Mysterien von Eleusis — Naumburg a. S., 1899

Seite: 27
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kämmerer (ertioTdrai); diese geben durch die Magazin Ver-
walter {?a/.iiai xolv d-eolv) sowohl das zur Bestreitung
auch der in Eleusis dargebrachten Opfer nöthige Geld, als
auch den nach Abzug aller sonstigen Ausgaben übrig ge-
bliebenen Rest,31) der zum Ankauf von Weihgeschenken
verwendet wurde, unter Rechenschaftslegung an die w e 11 -
liehen Hieropoien (Isoorc. I| ßovkijg), so dass durch
diese der Rat Einsicht in die ganze Verwaltung erhält
und sie die eigentliche Leitung nicht nur des Festzuges,
sondern auch des Festes in Eleusis in Händen haben,
vielleicht deshalb auch kurzweg leoonowl xolv d-eolv ge-
nannt wurden. Für sie erliess der Rat manchmal ein
Ehrendekret als für die zehn Opferbereiter (ieqotvolovs
xovg ra /.ivÖTrjQia feportonjoavTag ^FÄtvolvi), welche ihr Amt
in der Aufrechthaltung aller auf die Mysterien bezüg-
lichen Ordnung besonders gut verwaltet hatten (vgl.
Ziehen p. 219). Wenn somit die geistlichen Hieropoien
ausser Thätigkeit traten, so erhielten sich doch die vier
obersten sowie die priesterlichen Ämter bis zur Aufhebung
der Mysterien, d. h. bis ins 4. Jahrhundert nach Christus.

zunächst ganz nach der alten Ordnung 16 Med. für den ntXavog und
einer für eine neue Art Opferkuchen, die ngonrnvia, abgegeben wurden".
Dann wird das Getreide zu dem vom Volk bestimmten Preise von
3 Drachmen für den Medimnus Gerste und 6 Drachmen für die gleiche
Menge Weizen verkauft. Von diesem Erlös werden die Opfertiere
gekauft, deren Preis das Volk ebenfalls bestimmt hat.

31) Das Vieh ist auch in diesen Jahren recht teuer geworden,
besonders die Rinder, die der Körnernahrung bedürfen; sie kosten
jetzt 400 Dr., die Schafe und Ziegen 30 Dr. Übrig blieben 675 Dr.,
welche den legonoioi l& ßovlfjg zum Weihgeschenk für die Göttin
übergeben werden.
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