Anton, Hugo Saintine
Die Mysterien von Eleusis — Naumburg a. S., 1899

Seite: 36
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in den Korb und aus dem Korbe in die Kiste". Wie es
aber gesprochen wurde, steht dahin; es ist nicht gut denk-
bar, dass der Myste den ganzen Satz sprach, weil der andere,
zu dem er sprach, dann auch, wenn er nicht Myste war,
die Erkennungsformel erfahren hätte; es wird deshalb
wohl so gewesen sein, dass die beiden je einen Absatz
sagten, der erste ,ich fastete', der zweite ,ich trank den
Kykeon' u. s. w., so dass sie sich gegenseitig von ihrer Zu-
gehörigkeit zu den Geweihten überzeugten. Selbstver-
ständlich wurde bei der grossen Feier in Eleusis, wo sich
eine Menge Mysten einfanden, diese Ceremonie nicht vor-
genommen ; das hätte zu viel Zeit erfordert, sondern man
nahm an, dass die Scheu vor den Göttern schon Unein-
geweihte abhalten würde, sich einzudrängen, andererseits
kannte man sich auch vielfach. Zwei Jünglinge jedoch
aus Akarnanien versuchten es einmal und zogen mit dem
grossen Haufen in den Tempel: aber ungewohnt mit
Sitten und Gebräuchen fragten sie nach dem und jenem,
wurden als Nichtgeweihte erkannt, vor die Vorsteher

stg y.dlu&ov xcw tv. xaXdö-ov Big hlot7]v (vgl. Clemens Alexandr.
(f 220) ed. Potter 1715. Or. ad gentes I cp. 13; Eusebius (f 340)
praep. evangel. 2, 3 p. 66) Firm. Mat. p. 18: Libet nunc explanare,
quibus se signis vel quibus symbolis in ipsis superstitionibus miseranda
hominum turba cognoscat; babent enira propria signa, propria re-
sponsa, quae illis in istorum sacrilegorum coetibus diaboli tradidit
disciplina. In quodam templo, ut in interioribus partibus bomo
introiturus possit admitti, dicit: ,de tympano manducavi. de
cymbalo bibi et religionis secreta perdidici', quod graeco sermone
dicitur: tv. xvjntdvov ßs-ßpoma, tu xv/ußälov 7it7ioo-/.a, yiyova [ivor^g
'^rrfcog'; dann weist er darauf bin, wie gottlos solche Sitte ist, denn
Christus sei das Brot, „Christi panem, Christi poculem quaere, ut
terrena fragilitate contempta substantia hominis immortali pabulo
saginetur". Dieses symbolum galt früher als eleusinisch, Lobeck
aber und ihm folgend Bubensohn ,Kerchnos', Mitteil, der archäol. In-
stitut. Athen. Abteil. 1898, Bd. 23, p. 271—306 haben nachgewiesen,
dass es zum Kybele-Attis-Cultus gehört.
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