Anton, Hugo Saintine
Die Mysterien von Eleusis — Naumburg a. S., 1899

Seite: 53
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3. B. Mystenfeier. Zweiter Grad der Weihe.

Innerhalb des Tempels aber fand in einer der fol-
genden Nächte Opfer und Weihe der Mysten statt, welche
den ersten Grad der grossen Mysterien nehmen wollten,
oder, wie wir auch sagen können, den zweiten Grad der
Mysten. Im Vorhof des Tempels steht ein grosser Wasser-
behälter. Die Mysten treten heran, benetzen sich und
gewinnen das Bewusstsein, rein von Sünden zu sein, zu-
nächst ritual rein, in späterer Zeit sittlich rein.

Eine Maschinerie, so meint Blass, führt sie gleichsam
in das Keich der Schatten. Priester geleiteten sie auf
ihrer Beise in demselben und behüteten sie. Denn es
waren nicht nur Irrgänge, Kreuz- und Querwege, die sie
durchwanderten, nicht nur gewisse gefährliche, auch Spal-
tungen und Bisse zeigende Gänge, die sie in der Finsternis
betreten mussten, sondern auch Schrecknisse aller Art,68)

68) Plutarch. de profectibus in virt. cp. 10 (I, 97, ed. Dübner):
cög ydg o'i Ttlov^iivoL naz' dq%dg iv &oovßcp nal ßof] ngög dXXr)Xovg
m&ovi-isvoi 6vvicc6i, domiiivcov öl nal Sanvvfiivcov zcöv hgtov, itoog-
i%ovGiv rjSrj /iszd cpößov nal Giconrjg- ovzco nal cpiXoGocpiag iv dq%fi
nal TztrQL &voag noXvv &OQvßov oipsi nal &oaGvzr]za nal XaXidv,
co&ovuivcov 7iQÖg zr/v d6E,av ivicov dyqoincog \zi) nal ßiaicog- 6 ö'
ivzbg ytv6(iivoq, nal cpcog fitya iScov, oiov dvanzöqcov dvoiyo/itvcov,
itSQOv Xaßcov 6%r][ict nal Giconrjv nal frdfißog., cogtisq &tcß, zw Xoyco
zuntivbg Gvvinszai nal nsnoGfirjuivog.

Proclus in Theol. Piaton. III, 18: nal cogtisq iv zalg dyicozäzuig
ztXizalg it q b z co v uv Gz in cJ v & t a [i dz co v tKTiXrj^ig z w v iiv ov -
fjbivcov, ovzco örj nuv zolg vorjzolg ngo zrjg zov aya&ov jiizovGtag
to ndXXog TiQocpaivöiiivov innXi]zz£i zovg oocövzag nal intgzQScpEt,
zrjv ipvxrjv nal öiinvvGi iv zolg 7tQ0&i>Q0ig löovfiivov, oiov ioziv
uga zb iv zolg äövzoig nal zo y.gvcpiov dya&öv. Die Scbrecken aber
in der alten christlichen Kirche bildeten des Feuers Glut, des Kerkers
Furchtbarkeit und der Wurm, der in Ewigkeit nicht stirbt, noch
ruht (Anrieh p. 183).
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