Anton, Hugo Saintine
Die Mysterien von Eleusis — Naumburg a. S., 1899

Seite: 56
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solche Bilder gebraucht werden, und begrüssen ihn mit
Gesang. In der Mitte des Saales lag das Fell, welches
einem Schafe, das zum Opfer gedient, dessen Fleisch
man aber nicht genossen hatte, abgezogen worden war.
Der Daduchos trat 74) heran, Hess den Mysten sich auf
einen Stuhl setzen, zog ihm die Schuhe aus, stellte seinen
linken Fuss auf das Widderfell, welches dem Zeus heilig-
war, und legte ihm ein Fell so um Kopf und Schulter,
dass sein Gesicht ganz verhüllt war 75) und er ganz von
selbst den Nacken beugte. Manchmal war das Widderfell
oder ein Löwenfell auch über den Stuhl gebreitet.70)

ad eum te confer, qui dixit: ,ego sum lux mundi' . . . sponsum esse
Christum, sponsam ecclesiam."

Vgl. den Gebraiich im Attiskultus, von dem 0. Gruppe p. 55
sagt: „Die Schlange galt in den orientalischen Mysterien wohl als
der Gott selbst; wenigstens wurde im Sabazios- und nach Ausweis
der Bekenntnisformel auch im Attis-Kult die heilige Hochzeit mit
dem Gott, die das Wesen aller griechischen Mysterien ausmacht,
symbolisch dadurch vollzogen, dass die Novizen sich die Schlange
unter dem Gewände durchzogen."

74) Suidas: Aihg -nrA8iov: ov zb uqsTov z/ii. zt&vzca. dvovai
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Eustath. in Horn. Od. X, p. 1935 B.: nal ol zb Sionofntslv 8h
iQlirjvtvovTtg cpaaiv, ort 8lov tv.älovv xc68iov Ieqzi'ov zv&tvzog du
li£LlL%Loa tv zolg Kcc&aQiiolg.

75) Diels „sibyllin. Blätter" p. 122 sieht aus den Abbildungen
bei Lovatelli, dass bei der Verhüllung das Untergesicht frei ge-
blieben sei.

76) Lovatelli: „Di un vaso cinerario con rappresentanze rela-
tive di misteri di Eleusi" im Bulletino Deila Commissione archeol.
comunale di Borna. 7. 1879, tab. I—V. — Sainte-Croix, Recherches
II, p. 225 historiques et critiques sur les mysteres du Paganisme
(ed. 2 von de Sacy) Paris 1817. Le Hon, qu'on voit sur ses genoux,
(Wheler Voyag. tom. I, p. 485, Amsterdam 1689 in 12) me parait
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