Anton, Hugo Saintine
Die Mysterien von Eleusis — Naumburg a. S., 1899

Seite: 59
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einem weissen Gewände bekleidet wurde (Anrieh p. 184).
Am Altar aber, welcher der Heerd der Demeter genannt
wird, steht ein Kind, sei es ein Knabe (äcp1 eorlag Ttalg
(.ivrj-d-Eigy9) oder ein Mädchen (äcp' sariag [.ivo-vig) von vor-
nehmer Abstammung-; statt aller anderen soll es öffentlich
geweiht werden, um für alle die nach Eleusis geführten
Mysten die Gnade der Götter zu erlangen so) und ihren
Zorn zu beschwichtigen. Edelste Geschlechter haben ihre
Kinder zu dieser Weihe angeboten, das Loos hat zwischen
ihnen entschieden, die Eltern haben ihr Kind wohlgemut
nach Eleusis geführt, belebt und gestärkt von der Hoff-

deinde dictum, quid factum? dicerem, si dicere liceret, cognosceres,
si liceret audire. Sed parem noxam coutraherent aures et Linguae
illae temerariae curiositatis . . . . ac manu dextra gerebam flammis
adultam facem et caput decora corona cinxerat palmae candidae
foliis in modum radiorum prosilientibus.

79) Porphyr, de abstin. IV, 5 p. 307, ed. Rhoer: oitsg ydg iv
rolg fivaxrjQcoig 6 dep' bar tag kiyo/itvog nötig dvzi ndvzwv
z cö v fivovfitvcov anofiiilioctzai zo &üov äxgißcög bgwv tu. ngogztzay-
fisvw zovzo Kotzd rec i&vrj Kai zag nöXsig oi isqsZs Svvavrai civzi
ndvzcov & v ov r f g, Kai zo fttiov ngogayofitvoi öid rrjg Fvasßtiag s(g
rrjv acpcöv Krjdifioviav (vgl. Toepffer p. 108), der mit Eud. Schnell
aus Bekker Anecdota I, 204: dep' haziag fiyri^sig' 6 hK zcov ngoxglzcov
'd&rjvciLcov Klrjgco la%mv nötig dt][io6ia fivrj&sig schliesst, dass das
Herdfeuer im Prytaneion gemeint sei. Vgl. W. Warde Fowler (The
Classical Review Octbr. 1896, X, 7, p. 317—319 sieht in der toga
praetexta der Römer ein heiliges Gewand, das Priester während
der Opfer und Beamte mit dem Rechte, für den Staat zu opfern,
trugen. „Dass auch die freigeborenen römischen Kinder mit ihr be-
keidet waren, ging ebenfalls auf die religiöse Grundbedeutung dieser
Tracht zurück: sie sollten dadurch als beständig rein zum Opfer-
dienste (als camilli oder camillae) bezeichnet werden."

80) Schoemann, Griech. Altertümer II, p. 352 spricht über den
nalg dep' bat lag. „Worauf aber dies dq> boziag sich beziehe, ist
schwer zu sagen, und Böckh's Deutungsversuch (Corp. Inscr. I,
p. 445 f.) befriedigt nicht. Ist bei iaria vielleicht der Staatsherd
gemeint, also dep' kaziag — von Staatswegen?"
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