Anton, Hugo Saintine
Die Mysterien von Eleusis — Naumburg a. S., 1899

Seite: 61
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Mysten ein; sie fühlen, dass sie durch die Unterwelt mit
ihren Schrecken zu einem heiteren, fröhlichen Leben im
Licht durchgeführt sind, aus dem Tartarus ins Elysium,
dass sie versöhnt sind mit den Gottheiten des Totenreichs.
Die grause Persephone wird zur freundlichen Göttin, ihr
Gemahl Hades zum Spender des Eeichtums aus Gerste
und Weizen, die furchtbar ernste Todesgöttin Homers,
nach eleusinischer Sage sogar Tochter des Styx genannt
(Apollod. 1, 43), schneidet die Locke den Menschen ab
(Verg. Aen. 4, 698) nicht mehr, um ihn dem Schrecken
und der Angst zu überliefern, sondern um ihn erwachen
zu lassen zu seliger Freude. Zum Schluss füllt der
Priester •jiavayiqg zwei kreiseiförmige Gefässe mit Wasser,
giesst davon nach Westen und Osten, indem er mystische
Worte spricht, und besprengt damit die Mysten, die nun
die erste Weihe der grossen Mysterien oder den zweiten
Grad der Mysten erhalten haben. Der Hierophant aber
entlässt die Menge.

Kann man sich nun wundern, dass man das unter
so grossen Mühen Errungene 82) nicht dem ersten Besten
mitteilte, und dass man es für wider Eecht und Frömmig-
keit gethan ansah, wenn einer die Mysterien der Eleu-
sinischen Göttinnen den Profanen dargelegt hätte? (An-
rieh p. 69). Bewahre die göttlichen Geheimnisse in der
Verborgenheit deines Herzens und bedecke sie mit
Schweigen, das Erdendunkel aber wandle sich uns in
Himmelslicht. die Nacht werde zum Morgen verklärt!

82) Jamblich. de vita Pyth. cp. XVII, p. 75, ed. Nauck 1884:
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