Anton, Hugo Saintine
Die Mysterien von Eleusis — Naumburg a. S., 1899

Seite: 69
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Das Schauen9'5) mit der durch dasselbe hervorge-
rufenen Gebetsstjmmung und Läuterung- der Seele ist also
das, was die irdischen Menschen zur Seligkeit und zum
Leben mit den Göttern führt; der Eingeweihte, dem das
Schauen vergönnt war, erlangt Freude und glückliches
Leben im Hades. Mag man diesen Glauben nun für
einen Unsterblichkeits-Glauben halten, oder, wie Solide,
Psyche I, p. 270—290 und Anrieh p. 11 nieinen, nur für
eine freundliche Ausgestaltung des alten Volksglaubens
(vgl. auch Psyche 2 1—3) vom Fortleben der Seele nach
dem Tode, — denn nicht um eine Trennung von Seele
und Leib handelt es sich, sondern um ein glückliches
Loos beider im Hades —, so viel steht fest, dass die
Mysterien, wenn sie auch über die längere oder kürzere
Dauer des Fortlebens nichts sagen, doch das Fortleben
mit den Göttern und das Wohnen bei ihnen nicht anders
aufgefasst haben können, als wie ein ewig fortdauerndes.96)

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95) Bei de Nourry in Clement. Dissert. II, cp. XIV, Antic. III,
p. 1251 heisst es nach Clem. „In inysteriis quae sunt apud Graecos
primum loeum tenent expiationes, rd xa&uQ6ia, sicut apud barbaros
lavacrum, rd Xovrgöv. Post haec autem sunt parva mysteria, tu fiixga
fivGTijgiix, quae habent aliquod fundamentum doctrinae et praepara-
tiones futurorum. In magnis autem de universis non restat
amplius dicere, sed contemplari {snonrsvttv) et mente com-
prehendere et naturum et res ipsas. — Arist. Or. Pan. p. 257, ed.
Jebb: oGa fisv 8ij &tag tiö{i?va, tlöov ytvtul 7ca(mXr]%ng zvdcci-
fiovav dvdgcov v.al ywaincov iv rolg dggrjroig cp « o tu a 6 iv.

96) Vgl. Eohde sagt bei Anzeige von Wobbermin's Buch in
B.Ph. W. 1896. p. 1585, dass Persephones Leben nicht für des Menschen
„ununterbrochenes und endloses Fortleben im Geisterreiche" eine
Parallele sei, sondern höchstens für eine Palingenesie des Menschen.
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