Anton, Hugo Saintine
Die Mysterien von Eleusis — Naumburg a. S., 1899

Seite: 73
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Gemeinschaft mit Gott eine engere, innigere wird. Rätsel,
die zu lösen Jahrhunderte sich bemüht haben und Jahr-
tausende noch mühen werden: nur der Glaube löst sie.

4. Allgemeines zu den 3 Graden.

Die Beförderung

aus dem kleinen Mysterien-Grade in die grossen geschah
nach einem halben Jahr; der Myste war vom Frühling
bis Herbst Mitglied der kleinen. Dann erhielt er den
ersten Grad der grossen und konnte, wenn er für würdig
befunden wurde, schon nach Verlauf eines Jahres, also
im ganzen nach 18 Monaten, sich in den zweiten Grad
der grossen aufnehmen lassen und ein ,Schauender' (ävrjQ
krtoTCT^g) werden. Mithin gelangten Fremde, die nicht
die wiederholte Reise nach Athen machen konnten, spät
oder gar nicht zur Epoptie. d. i. zum Grade der Schau-
enden. Das mag mit ein Grund sein, weshalb man in
anderen Staaten ähnliche Geheimkulte stiftete. Eleusis
war gleichsam die

Centrale (Mutterkolonie, Mutterloge).

(vgl. auch Preller, Demeter und Persephone p. 29—30,
1837). Man wandte sich wenigstens, wenn ein solcher
Geheimkult der Demeter neu eingerichtet oder zu einem
schon bestehenden Kultus hinzugefügt werden sollte, nach
Eleusis und bat um Zusendung eines oder einiger des
Kultus kundiger Priester, damit durch diese die erforder-
lichen Einrichtungen getroffen würden (vgl. Töpffer. At-
tische Genealogien 1890. p. 201 u. 222). So geschah es
im Peloponnesus, z. B. in Keleae, der Landschaft Phli-
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