Anton, Hugo Saintine
Die Mysterien von Eleusis — Naumburg a. S., 1899

Seite: 85
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wie bei den Rharischen Gefilden eine Tenne und ein
Altar desselben erwähnt (Paus. 1. 38. 6) und ein Tempel
des Poseidon, der liier als Ahnherr der Eumolpiden
(Toepffer S. 30) den Namen ,Vater' (Wcmfc) führt, sowie
am Anfang- der Strasse ein kleiner Tempel Plutos, des
Gemahls der Kore, in welchen Philios den Eingang- in
die Unterwelt verlegt, neben den kleinen Propyläen in
der NW-Ecke des heiligen Bezirks.

Schluss.

Aus dem Gesagten ergiebt sich, dass die Mysterien
Ähnlichkeit mit heutigen Geheimkulten haben, da sie ja
auch auf reinere Gottesverehrung abzielten, ein besseres
Leben nach dem Tode verhiessen und das Verhältnis der
Menschen zu einander zu einem sittlicheren zu gestalten
suchten. Man hat deshalb auch gesagt, die Mysterien
seien nichts anderes, als das geheime Christentum, und
das Christentum nichts anderes, als die geoffenbarten
Mysterien. Das ist nun aber doch noch ein grosser
Unterschied:

Noch darf der Mensch nicht als Mensch hoffen, sich
der Berücksichtigung seitens der Gottheit zu erfreuen
und ein glückliches Leben nach dem Tode zu führen,
sondern nur der Hellene oder der griechisch sprechende
Mann, wenn er eingeweiht ist, — nicht der Fremd-
ling, gegen den man fromm sein soll, nicht jeder Bürger
eines anderen Staates, sondern nur der zu den Mysten
gehörende. Noch ist der Gott ein äusserer Gott, der mit
Opfer geehrt wird und mit Reinigung durch Wasser zu-
frieden ist, und nicht ein Gott, der dem Reuigen seine
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