Apfelstedt, Heinrich Friedrich Theodor [Hrsg.]; Fürstlich-Schwarzburgischer Alterthumsverein   [Hrsg.]
Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Fürstenthums Schwarzburg-Sondershausen (Band 1): Die Unterherrschaft — Sondershausen, 1886

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Einleitung.

Die Unterherrschaft des Fürstenthums Schwarzburg-Sondershausen ist be-
züglich ihrer physischen Beschaffenheit ein Hügelland. Ihre Nordgrenze, links
von der Wipper, bildet ein von W. kommender kleiner Höhenzug, der, von einigen
Thaleinschnitten unterbrochen, sich einerseits der Wipper entlang fortsetzt, andererseits in
einem Nebenzweige sich erst nördlich, dann östlich wendend als Kyff häusergebirge
endet. — Rechts von der Wipper zieht sich durch den ganzen Landestheil die Hain-
leite, welche nach N. mehrere kurze abgerundete Ausläufer hat und samt denselben
ziemlich steil abfällt, dagegen nach S. in das Thal der Helbe sich meistens so all-
mählich abdacht, dass sie hier und da kleine Hochebenen bildet. — Die Südgrenze
der Unterherrschaft, rechts von der Helbe, befindet sich ziemlich im Scheitelpunkte
einer Landhöhe, welche, westlich von Allmenhausen anhebend, sich bis über Hohn-
stedt hinaus erstreckt und im sog. Horn — der Hornberg 347 m hoch — ihren
höchsten Punkt erreicht.

Zwischen dem erstgenannten Höhenzuge und der Hainleite zieht sich das zwar
enge, aber reizende Wipperthal hin, in welches bei Sondershausen von SW. her
das gleich schöne Thal der Bebra mündet, während die Helbe, nachdem sie sich
von ihrer Quelle an durch ein enges, aber sehr anmuthiges Thal inmitten der Hainleite
in vielen Krümmungen hindurchgewunden hat, in ein ziemlich breites, aber meistens
einförmiges Thal zwischen der Hainleite und der erwähnten südlichen Landhöhe eintritt,
welches sich bei Greussen zu einer ausgedehnten Ebene erweitert, von welcher aber
nur ein kleiner Theil unserer Unterherrschaft angehört. —

Ueber die geognostischen Verhältnisse der Unterherrschaft ist im Allgemeinen
Folgendes zu bemerken.

Die ältesten Gesteine der Ablagerungen in dem unterherrschaftlichen Landes-
theile beginnen in der nordöstlichen Ecke derselben unterhalb der Numburg an der
preussischen Grenze mit dem oberen-Bothtodtliegenden. Diese Gebirgsart ist in
merkwürdig kurzer Beihenfolge von dem Grauliegenden, dem Mergel- oder Kupfer-
schiefer und dem Zechsteine in nur wenige Fuss starken Schichten überlagert.
Wechsellagernd ruhen darüber der Zechsteingyps, Zechsteindolomite und Zech-
steinstinkkalk. Diese Zechsteingruppe bildet die nicht unbedeutenden Erhebungen
nördlich von Badra. Von hier an tritt die an Tiefe mächtigste Formation in unserem
Landestheile, der bunte Sandstein, auf, welcher mit seinem Höhenzuge nördlich der
Wipper sich hinzieht. Seine Berge sind fast ausnahmslos von den Schichten des mitt-
leren bunten Sandsteines zusammengesetzt. In dem losen Gestein desselben hat
sich die Wipper ihr Bett gesucht und verlässt dieses erst bei Seega, rechtwinkelig
von ihrer Laufrichtung abbiegend, weil sie dort einen Einschnitt durch die Hainleite

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