Apfelstedt, Heinrich Friedrich Theodor [Hrsg.]; Fürstlich-Schwarzburgischer Alterthumsverein   [Hrsg.]
Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Fürstenthums Schwarzburg-Sondershausen (Band 1): Die Unterherrschaft — Sondershausen, 1886

Seite: 9
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Einleitung.

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Nach Einführung der Eeformation wurden die bis dahin noch bestehenden Stifte
und Klöster aufgehoben, und die Leitung der kirchlichen und geistlichen Angelegen-
heiten, welche zeither das Stift Jechaburg über den weiten Kreis seines Sprengeis
(Diöces) gehabt hatte, wurde für den betr. Landestheil dem ersten Geistlichen (Decan)
der Stadt Sondershausen übertragen.

Nach ihrem religiösen Bekenntniss sind die 37 934 Einwohner der TJnterherrschaft,
einige wenige Katholiken und Dissidenten, sowie 147 Juden abgerechnet, Protestanten.

Da das Gebiet, welches gegenwärtig die Unterherrschaft umfasst, nach dem
Untergange des Königreichs Thüringen, von dem es ein Theil war, mit ganz Nord-
thüringen in den Besitz der Sachsen kam, so mag der grösste Theil des Volksstammes,
welcher es gegenwärtig bewohnt, ein aus Thüringern und Sachsen gemischter sein;
ein kleiner Theil desselben aber besteht wahrscheinlich aus Nachkommen der Wenden,
deren Vorhandensein hier durch den Gaunamen Winidon und den Ortsnamen Wolferes-
winidon bezeugt wird. Neben dem letztern fehlt es aber anch nicht an wendischen
oder slavischen Niederlassungen, die keine wendischen Namen hatten, noch haben.
So heisst Ottenstete (Otterstedt) urkundlich 1128 vicus und viculus Sclavorum
(Slavorum), und wahrscheinlich war auch Mittelbrüchterde, jetzt eine Wüstung, eine
solche Niederlassung, da es auch den Namen windischen Brüchterde führt.

Nach der Bodenbeschaffenheit unserer Unterherrschaft waren die Bewohner der-
selben zur Erwerbung des täglichen Unterhalts vom Anfang an vornämlich auf den
Ackerbau hingewiesen; denn von 51 912 Hektaren Gesamtfläche kommen, wenigstens
gegenwärtig, 36 431 Hektare auf Acker- und Gartenländerei, während Wiesen und
Weiden 867, Haus- und Hofräume 270, Forsten und Holzungen 11 797, Oed-
und Unland 70, Wegeland 2041 und Gewässer 431, also zusammen nur gegen

Leinungen, Klein-Leinungen, Eottleberode, Hohlstedt, Lindeschw (Bindeschw), Tüticherode, Rospers-
swenden, Bernecke, Schwenda, Schwiderschwenda desolat, Scherse, Rieth, Dymerode desolat, Dieters-
dorf, Breytenbach desolat, Breitenberg, Wolfersberg, Horlehayn desolat, Weissenborn desolat, Rothe,
Capelle in Questenberg.

8. zur sedes Görmar — Germar —:

Mühlhausen, Ammern, Görmar, Bollstedt, Körner Wiperti, Körner Mariae, Felchta, Gross-
mehlra, Kleinmehlra, Dorna, Lengefeld, Hosmar, Bothenheilingen superior, Issersheilingen, Netzerode,
Beiser, Weida, Grossgrabe, Kleingrabe, Tutenrode, Kaisershagen desolat, Peuschel, Forste, Saalfeld,
Sambach, Affenheilingen, Popperode, Emilienhausen, Urbach, Aitgottern, Eigenrieden, Bothenheilingen
inferior, Windeberg.

9. zur sedes Kirchheilingen — Kircheylingen —:

Merxleben, Thamsbrück, Neunheilingen, Kirchheilingen Bonifacii, Kirchheilingen Mariae,
Sundhausen, Tottleben, Gross-Welsbach, Klein-Welsbach, Urleben, Blankenburg, Bruchstedt, Klett-
stedt, Nägelstedt, Gross-Vargula, Klein-Vargula.

10. zur sedes Bleicherode — Blicherode —:

Bleicherode, Bartholfelde, Müncherode, Lüderode (Sutenrode), Bischofrode, Jützenbach, Wer-
ningerode, Gross-Bodungen, Klein-Bodungen, Bula major, Bula minor, Lipprechterode, Kirchenhain,
Obergebra, Niedergebra, Sollstedt, Rehungen, Rödigen, Welterode (Welkerode), Ascha, Heigenrode,
Sultzingen, Holungen filia Bischoferode, Kirchdorf, Ascherode, Neustadt, Wülfingerode, Utenrode,
Kraja, Wustade, Wilrode, Walrode.

11. zur sedes Wechsungen:

Gross-Wechsungen, Klein-Wechsungen, Günzerode, Rodisleben superior, Rodisleben inferior,
Hesserode, Kehmstedt, Schata desolat, Gross-Werther, Klein-Werther, Pützlingen, Limlingerode,
Haferungen, Mackenrode, Bliedungen, Fronderode, Mörbach, Schiedungen, Etzelsrode, Lochstedt
(Hetstete), Trebra. —
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