Apfelstedt, Heinrich Friedrich Theodor [Hrsg.]; Fürstlich-Schwarzburgischer Alterthumsverein   [Hrsg.]
Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Fürstenthums Schwarzburg-Sondershausen (Band 1): Die Unterherrschaft — Sondershausen, 1886

Seite: 13
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Allmenhausen.

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gewesen zu sein, und ihre Glieder nannten sich, gleich jenen, nachmals auch Cäm-
merer. Schon im zwölften Jahrhundert war jenes Adelsgeschlecht im Besitz der Burg
zu A., wie auch des Dorfes selbst und kömmt noch über die Mitte des vierzehnten
Jahrhunderts hinaus urkundlich vor. Ein Glied desselben war Herrn an nus de Al-
mynhusin, 1361 Probst des Klosters Ichtershausen.

Die Kirche St. Mariae, sedes Marksussra, mit gothischen Fenstern, wurde
1501 erbaut, wie man aus der Inschrift ersieht, welche sich auf einem an der Nord-
seite des Thurmes eingemauerten Steine befindet.

(Anno domini millesimo quingentesimo primo dedicatum opus virgini Mariae).

Man hat das Jahr in dieser Inschrift früher immer 1600 anstatt 1501 gelesen.

Ueber dieser Inschrift befindet sich eine kleine leere Nische, in welcher früher
wahrscheinlich die Statue der Jungfrau Maria stand.

In der Kirche befinden sich zwei Grabdenkmäler und zwar hinter dem
Altare; sie sind aber von geringem Kunstwerthe.

Das rechts stehende, mit einer geharnischten Bitterfigur, den offenen Helm
zwischen den Füssen, hat die Umschrift: Anno 1589 den 27. Januar montags frue
umb 4 uhr ist der edele und ehrenveste Georg Ernst von Schlotheim zu Almen-
hausen in Gott selig verschieden. Des Seelen G. G. Aetatis 33.

Das links stehende, mit einer ebenfalls geharnischten Eitterfigur und einem
geschlossenen Helme zwischen den Füssen, hat die Umschrift; .... 22. Januarii
zwischen 6 und 7 uhr ist der edele und ehrenveste Christoph von Schlotheim zu
Almenhausen in Gott selig verschieden. — Die unleserlich gewordene Jahreszahl ist
nach dem dortigen Kirchenbuche: 1619.

An der Kanzel befindet sich das Wappen der Bitter von Schlotheim: ein
schwarzer verkehrt stehender Schild in weissem Felde.

Unter den heiligen Gefassen der Kirche sind erwähnenswerth: ein silberner
und vergoldeter Abendmahlskelch, 0,48 m hoch und von 0,105 m obern Durch-
messer, mit sechstheilig ausgeschweiftem Fuss; auf einem der sechs Felder befindet
sich ein Crucifix, auf den sechs emaillirten Knaufköpfen stehen die Buchstaben:
I. H. E. S. V. S. Auf der untern Seite des Fusses ist eingravirt: Christian Mel-
chior von Schlotheim. Sophie Elisabeth von Schlotheim, geb. von
Heringen. 1637.

Ferner eine silberne vergoldete Hostiendose mit einem aufrecht stehenden
Crucifix auf dem Deckel und der Inschrift: Dorothea Sidonie von Schlotheim,
geb. von Bielen. 1704.

Von den drei Kir chenglocken mit 1,6—0,86 und 0,60 m Durchmesser wurden
die grosse und mittlere unter der Begierung und Beihülfe des Fürsten Christian
Günther 1776 gegossen und tragen das fürstliche Wappen; die kleine ist 1622 gegossen
worden und hat folgende Inschrift:

V. S. D. H. DISC1TE 1VST1C1AM M0MTI ET N0N TEMNERE DIVOS.

Die vier Initialen vorstehender Inschrift dürften wohl zu lesen sein: Vox sancta
Dei haecce.

Ob vor Erbauung der jetzigen Kirche an ihrer Stelle schon eine andere stand,
darüber fehlt jede Kunde, ist aber zu bezweifeln; das erste Kirchengebäude des Dorfes
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