Apfelstedt, Heinrich Friedrich Theodor [Hrsg.]; Fürstlich-Schwarzburgischer Alterthumsverein   [Hrsg.]
Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Fürstenthums Schwarzburg-Sondershausen (Band 1): Die Unterherrschaft — Sondershausen, 1886

Seite: 17
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Badra und die Domaine Numburg.

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Michael und Hermann von „Sundirshusen", 1516 Jan von „Stogkhusen" und 1533
Heinrich, Lorentz, Christoph, Valten, Hans Caspar, Hans und Cornelius
von Rüxleben, letztere mit einem freien Hofe, fünfzehn halben Hufen Land, der
Schäferei etc., und dieses Lehen, aber um ein Ansehnliches vermehrt, ist noch heute
als Eittergut im Besitz der Familie von Rüxleben.

Nach Badra eingepfarrt ist

die fürstliche Domaine Numburg,
urkundlich: 1277 Nuwenburc, 1287 Nuenburg, 1293 Nuenborg, 1312 Nuwen-
burch und Nuwenborg, 1347 Nunborg, 1352 Nuynborg und Numborg.

Die Numburg liegt 4,2 km nördlich von Badra in jener tiefen und schönen
Thalebene, welche den Namen goldene Aue führt. Derjenige Theil dieser Aue, welcher
seinem grösseren Umfange nach einst zur Numburg gehörte und das lange Rieth
genannt wurde, war schon in frühen Zeiten Eigenthum des Erzbisthums Mainz und der
Landgrafen von Thüringen. Im Jahre 1208 verkaufte der Erzbischof Siegfried
von Mainz dem Stift Walkenried von seinem Antheile fünfzig Hufen Land, und eben
soviel trat demselben der Landgraf von Thüringen von seinem Antheile käuflich
ab. So besass Walkenried dort hundert Hufen Land und legte zur Bewirtschaftung
derselben daselbst Wohn- nnd Wirtschaftsgebäude an, die man die nuwe Bure —
Nuwenburc —, später Numburg nannte. Dieser an sich schon grosse Besitz wurde
durch Kauf und Schenkung noch ansehnlich vermehrt, vornämlich durch die Erz-
bischöfe von Mainz, die Grafen von Kirchberg, Beichlingen-Rothenburg, die
Herren von Quer fürt u. a. m.

Dem Stift Walkenried verblieb die Numburg mit ihren Zugehörungen ungestört
bis zum Bauernkriege, 1525, in welchem dasselbe aber so bedeutende Verluste erlitt,
dass es sich genöthigt sah, einen Theil der Numburgischen Besitzungen zu veräussern.
So verkaufte es 1526 an Wilhelm Reifenstein zu Stolberg wiederkäuflich auf 18
Jahre einen freien Hof und acht Hufen 25 Acker arthaften Landes, zum Gute Numburg
gehörig, wie es dasselbe vor Alters von der Herrschaft Kirchberg pfandweise an sich
gebracht.

Nach der Reformation des Klosters Walkenried, 1552, kam die Numburg nach
langem Streite zwischen denjenigen, welche auf dieselbe Anspruch zu haben glaubten,
an das Haus Braunschweig, obwohl der Convent zu Walkenried noch fortbestand
und unter Genehmigung der Herzöge von Braunschweig über seine Besitzungen ver-
fügen konnte. So belehnten 1610 der Prior Sebastian Zollmann, der Subprior
Heinrich Eckstrom etc. den Wilhelm Storckau mit denselben Gütern, welche vor-
mals wiederkäuflich an W. Reifenstein abgetreten worden waren, und der Herzog
Julius von Braunschweig, Bischof von Halberstadt, bestätigte die Belehnung. — Nach
Aufhebung des Klosters Walkenried, 1668, belehnte das Haus Braunschweig mit den-
jenigen Grundstücken, welche noch zur Numburg gehörten, aber kaum den zehnten
Theil ihres ehemaligen Umfangs betrugen, 1678 die Töchter des Obersten von
Holstein. Von diesen kaufte der Graf Christian Wilhem von Schwarzburg-
Sondershausen im Jahre 1686 die Numburg um 4000 Thaler, und seitdem ist sie
schwarzburgische Domaine.

Wüstung. Auf einem 1 km südwestlich von der Numburg sich erhebenden
und zu ihrem Elurbezirke gehörenden Berge stand, wie die Sage berichtet, einstmals
eine Burg oder ein Schloss, und diese Sage scheint durch den Namen Schlossberg,
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