Apfelstedt, Heinrich Friedrich Theodor [Hrsg.]; Fürstlich-Schwarzburgischer Alterthumsverein   [Hrsg.]
Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Fürstenthums Schwarzburg-Sondershausen (Band 1): Die Unterherrschaft — Sondershausen, 1886

Seite: 76
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Rockensussra. - Rockstedt. — Hohnstedt.

Schwarzburg das Dorf Rockensussra um 2100 Gulden au die Ritter von Ebeleben
auf Wiederkauf.

In einem Garten am östlichen Ende des Dorfes befindet sich ein überbauter
Brunnen, dessen Wasser der Fürst Christian Günther 1781 durch eiserne Röhren
nach dem Schlosse zu Ebeleben leiten liess.

Oestlich von Rockensussra stand in früheren Zeiten eine Waidmühle; das
Feld in der Nähe ihres einstigen Standortes führt in dem dortigen Flurbuche den
Namen: Ueber der Waidmühle. Danach wurde einst dort Waidbau getrieben.

Rockstedt,

Pfarrkirchdorf' mit 329 Einw., Winidon, 13,8 km südwestlich von Sondershausen, liegt
am südlichen Abhänge des Gänseberges und am linken Ufer der Helbe, in welche
dort die Klinge mündet, ein kleiner Bach, der mitten durch das Dorf fliegst.

Urkundliche Namensformen: 973 Rockenstedi, 1251 Roestete, 1287 Rog-
steth, 1320 Rogstedt, 1356 Rogstete, von 1417 an Rogkested, Rockstet und
Rockenstet; im Volksdialekt: Rockscht.

Die Kirche St. ... , sedes Marksussra, 1574 Mutterkirche von der zu Gun-
dersleben, wurde mit Ausnahme ihres östlichen Theiles, welcher aus dem unteren
Räume des Thurmes besteht, 1788 neu erbaut. Der letztere bildete mit einem kleinen
westlichen Anbau früher das ganze Kirchengebäude, und noch hat jener zwei aus der
Zeit seiner Erbauung herrührende kleine gothische Fenster. Der westliche Theil der
alten Capelle und der obere Theil des Thurmes erfuhren 1684, nachdem sie sehr bau-
fällig geworden waren, eine Reparatur, welcher dann, wie berichtet, 1788 ein Neu-
bau folgte.

Von den drei Kirchenglocken mit 0,97, — 0,81 und 0,61 m Durchmesser
wurden die grosse 1696 von Adam Wilh. Geyer zu Nordhausen und die beiden andern
1754 von Joh. Heinr. Brauhoff ebendaselbst gegossen.

Nach Rockstedt eingepfarrt ist die nördlich davon gelegene Ziegelei.

Rohnstedt,

Pfarrkirchdorf mit 215 Einw., Winidon, 20,1 km südlich von Sondershausen, liegt auf
einer Hochebene, das Horn genannt.

Urkundliche Namensformen: 979 Ruchenstat, im 11. Jahrhundert Rohen-
stad, Romstat, 1417 Runstete, 1467 Runstedte, 1496 Ronstedte, später
Rohenstad, Ruhnstedt; im Volksdialekt: Rohnscht.

Die Kirche St. Gotthardi, sedes Greussen, wurde 1693 neu erbaut.

Von den drei Kirchenglocken mit 0,87, — 0,72 und 0,60 m Durchmesser
wurden die grosse 1739 von Paul Hiob Hahn zu Gotha und die beiden anderen 1856
von Gebr. Ulrich zu Apolda gegossen.

Vom Jahre 1575 bis 1837 war die dortige Kirche Mutterkirche von der zu
Wenigenehrich.
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