Apfelstedt, Heinrich Friedrich Theodor [Hrsg.]; Fürstlich-Schwarzburgischer Alterthumsverein   [Hrsg.]
Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Fürstenthums Schwarzburg-Sondershausen (Band 1): Die Unterherrschaft — Sondershausen, 1886

Seite: 98
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Trebra. — Urbach.

die Burg einst einnahm, und auf welchem gegenwärtig drei Häuser stehen, heisst
noch die Kikersburg, und die Dorfstrasse, welche dorthin führt, die Zugbrücke.
Irgend ein Ueberrest von der Burg ist nicht mehr vorhanden. Nach Norden dacht
sich der Platz in ein kleines Thal ziemlich steil ab, nach den andern drei Seiten
mochte die Burg durch Wallgräben geschützt worden sein, über welche von W.
her eine Zugbrücke führte, was der Name der Strasse an dieser Seite zu be-
stätigen scheint.

Urbach,

Pfarrkirchdorf mit 561 Einw., Altgau, 25,3 km südwestlich von Sondershausen, liegt
in einem Thale und wird von einem kleinen Bache gleichen Namens durchflössen.

Urkundliche Namensformen: 874 Hurbach und Hurbah, 966 Urbach, 1164
Urbich,'1251 Urbeche, 1264 Urbech.

Die Kirche St. Johannis, sedes Görmar, ist von 1839 bis 1841 neu erbaut
worden. — In derselben befindet sich ein uralter Opfer stock von Stein mit folgender,
leider nicht mehr vollständig erhaltener Inschrift:

anno fcm .... mit. hts fetitdj*tt0sfett nalhn Ij^jag tungtjans

10110 §>< F. GL A.

Von den drei Kirchenglocken mit 1,6, — 0,82 und 0,68 m Durchmesser
wurden die grosse und die mittlere 1863 und die kleine 1883 von Carl Friedr. Ulrich
zu Apolda gegossen.

Das Dorf Urbach wird bereits 874 unter den dem Stift Fulda zehntpflichtigen
Orten aufgeführt, und 966 verleiht der Kaiser Otto II. im Namen seines Vaters die
villa Urbach demselben Stift. Im Jahre 1434 vertauscht der Kurfürst Friedrich II.
von Sachsen das halbe Dorf „Urbech" und das Dorf Niederkeula, die bis dahin zu
dem kursächsischen Amte Tungesbrücken (Thamsbrück) gehörten, an den Grafen
Heinrich XXVI. von Schwarzburg gegen das Dorf Blankenburg, im jetzigen Kreise
Langensalza.

Wüstung. Etwa 2 km südwestlich von Urbach lag vormals eine Burg, von
welcher noch zu Anfang unseres Jahrhunderts Mauerreste vorhanden waren. Im Be-
sitze derselben soll zuletzt eine Familie von Buch gewesen sein, deren letztes Glied,
ein Fräulein von Buch, der Kirche zu Urbach, wie eine alte Kirchenmatrikel dort
berichtet, einen Wald, das Kirchenlöhr genannt, schenkte. — An die letzten Be-
sitzer der Burg erinnert noch der Name einer Wiese, Buchsee genannt, welche
in der Nähe des ehemaligen Standortes der Burg liegt und einstmals ein See gewesen
sein mag.
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