Apfelstedt, Heinrich Friedrich Theodor [Hrsg.]; Fürstlich-Schwarzburgischer Alterthumsverein   [Hrsg.]
Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Fürstenthums Schwarzburg-Sondershausen (Band 1): Die Unterherrschaft — Sondershausen, 1886

Seite: 101
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Wasserthaleben. — Wenigenehrich. — Westerengel.

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Uebor der neben diesem Thore befindlichen Thür steht in einen Stein ein-
gegraben ;

PSALM CXXI VERS VIII. DER HERR BEHVTE DEINEN AVSGANG VND
EINGANG VON NVN AN BIS IN EWIGKEIT.

Unter dieser Inschrift befindet sich auf einem besondern Steine die Jahreszahl
1571 und auf beiden Seiten des Thorbogens das Werther'sche Wappen.

Wenigenehrich,

Kirchdorf mit 198 Einw,, Winidon, 15,4 km südlich von Sondershausen, liegt an dem
Hammerbache, welcher daselbst den südwestlich davon entspringenden Will erb ach
aufnimmt und sich unterhalb des Ortes mit dem Benneb ach vereinigt.

Urkundliche Namensformen: 979 Westerenehrich, in Gandersheimer Ur-
kunden s. a. Westernerche, 1358 Weynigen Ehrich, 1467 Wenigen Ehrich.

Die Kirche St. . . .— als dem Stift Gandersheim zuständig keiner sedes des
Archidiaconats Jechaburg angehörig —, Filial von Wolferschwenda, wurde samt Thurm
vom Frühjahr 1884 bis dahin 1885 neu erbaut.

Die drei Kirchenglocken von 1,3, — 0,85 und 0,68 m Durchmesser wurden
1884 von Gebr. Ulrich zu Apolda gegossen, hängen auf einem schmiedeeisernen
Glockenstunle und werden nach dem neuen Collier1 sehen System geläutet. Sie bilden
ein sehr harmonisches Geläute.

Bis zur Reformation wurde der Gottesdienst zu Wrenigenehrich von einem der drei
Vicare besorgt, welche das Stift Gandersheim zu Grossenehrich für diese Stadt und
die mit derselben verbundenen Filiale eingesetzt hatte. W. blieb in diesem Verhältniss
zu Grossenehrich bis 1575, von da bis 1837 war es Filial von Rohnstedt und seitdem
von Wolferschwenda.

Zu Wenigenehrich wurde am 2. September 1702 der als Componist geschätzte
Heinrich Nicol Gerber geboren als der Sohn des dortigen Lehrers. Er war ein
Schüler von Sebastian Bach und starb als Hoforganist zu Sondershausen.

Westerengel,

Pfarrkirchdorf mit 529 Einw., Engilin, 13,6 km südöstlich von Sondershausen, liegt in
einer kleinen Vertiefung einer von der Hainleite ausgehenden Hochebene und an deren
südlichen Abdachung. Mitten durch das Dorf fliesst ein kleiner Bach, der Rinne-
bach, und den westlichen Theil desselben durchschneidet die Sondershausen-Erfurter
Chausee.

Urkundliche Namensformen: 1128 Westrenenchelde, 1251 WTestelinge, 1313
Westerenengelde, 1366 Westirn Engeide, 1397 Westernengilde. — Ueber die
Namensformen der Dörfer auf engel und des Gaues Engilin vergl. Einleitung.

Die Kirche St. Benedicti, sedes Greussen, Mutterkirche von der zu Kirch-
engel, wurde 1822 vom Thurm an neu erbaut. Ursprünglich hatte Westerengel nur
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