Apfelstedt, Heinrich Friedrich Theodor [Hrsg.]; Fürstlich-Schwarzburgischer Alterthumsverein   [Hrsg.]
Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Fürstenthums Schwarzburg-Sondershausen (Band 1): Die Unterherrschaft — Sondershausen, 1886

Seite: 105
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Wiedermuth. — Wolferschwenda.

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Von den drei Kirchenglocken mit 0,86, — 0,73 und 0,61 m Durchmesser
ist die mittlere ihrer Form nach die älteste und hat als Inschrift folgende nicht recht
zu enträthselnden Zeichen und Buchstahen (s. Fig. 42):

Fig. 42.

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Die grosse Glocke wurde 1673 von Hans Wolf Geyer zu Erfurt gegossen; an
derselben befindet sich ein Medaillon mit der Figur des Apostels Petrus (s. Fig. 43).

Die kleine Glocke wurde 1827 auf Kosten der verwittweten Frau Förster Eva
Müller zu Wiedermuth von Joh. Friedr. See zu Creutzburg umgegossen.

Nach W. ist die stille Mühle im Helbenthale eingepfarrt.

Wolferschwenda,

Pfarrkirchdorf mit 217 Einw., Winidon, 19 km südlich von Sondershausen, liegt an
der westlichen Abdachung einer Hochebene, Horn genannt, und wird von einem kleinen
Bache durchflössen.

Urkundliche Namensformen: 979 Wolfereswinidon, 1343 Woilfirswende,
1348 Wolferswenden, 1421 Wollfirswenden, 1506 Wolferschwenden.

Die Kirche St. Nicolai, sedes Marksussra, seit 1837 Mutterkirche von der
zu Wemgenehrich, wurde 1805 samt ihrem kleinen Seigerthurme neu erbaut.

Von den drei Kirchenglocken, welche in einem auf dem Gottesacker ste-
henden Glockenhause hängen, wurden die grosse mit 1,1 m Durchmesser 1802 von
Joh. Lorenz Koch zu Mühlhausen und die mittlere mit 0,83 m Durchmesser 1728 von
Paul Hiob Hahn zu Gotha gegossen; die kleine mit 0,62 m Durchmesser ist ihrer
Form nach alt und hat als Inschrift nur die Namen der vier Evangelisten und eines
Heiligen (s. Fig. 44).

Fig. 44.
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